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Kroatien: Zehntausende gedenken der Opfer Vukovars zu Beginn des Balkankonflikts

Drei Monate lang wurde die Stadt belagert, am Freitag vor 25 Jahren marschierte die jugoslawische Armee ein. Die Narben der Übergriffe sind noch nicht verheilt.

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Kroatien: Zehntausende gedenken der Opfer Vukovars zu Beginn des Balkankonflikts

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Am 25. Jahrestag der Eroberung Vokuvars haben Zehntausende in der kroatischen Stadt mit einem Gedenkmarsch der Opfer der damaligen Belagerung, Kämpfe und Massaker gedacht. Das kroatische Parlament hatte anlässlich des Gedenktages am Vorabend bereits eine Sitzung in der Stadt abgehalten.

Meinung

Seit 1991 suche ich meine Tochter. Meine Gefühle seit 25 Jahren gleich.

Milka Pancic Einwohnerin von Vukovar

Die heutige Grenzstadt war 1991 nach der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens von der jugoslawischen Armee und serbischen Milizen drei Monate belagert und beschossen worden – bis die mit 1800 Mann zahlenmäßig unterlegenen Verteidiger aufgeben mussten.

Vukovar wurde im Laufe der Kämpfe weitläufig zerstört, mindestens 2000 Zivilisten starben, rund 20.000 Bewohner wurden später vertrieben.

“Es ist bewegend, dass so viele Leute hier sind, um der Opfern in Vukovar zu gedenken”, sagte ein kriegsversehrter Veteran auf dem Gedenkmarsch am Freitag. “Als kroatischer Kämpfer, der im Krieg dabei war, kann ich all diesen vielen Leuten nur danken, dafür, dass sie die Opfer und die kroatischen Verteidiger ehren.”

Eine Mutter berichtet: “Seit 1991 suche ich meine Tochter. Leider sind meine Gefühle seit 25 Jahren gleich, heute im Jahr 2016 fühlt sich das genauso an, wie damals.”

Ministerpräsident Andrej Plenkovic legte in Vukovar einen Kranz nieder. An dem Kriegerdenkmal wird auch der rund 200 verwundeten kroatischen Soldaten gedacht, die nach der Eroberung von den Besatzern aus einem Krankenhaus geholt und ermordet wurden. Der weithin sichtbare und beschädigte Wasserturm der Stadt soll mit Spendengeldern zu einem Mahnmal ausgebaut werden.

Vokuvar bleibt vom Krieg gezeichnet: Die Wirtschaft liegt am Boden und die Bevölkerung ist heute nur etwas mehr als halb so groß, wie vor dem Krieg. Ein Drittel der Bewohner sind ethnische Serben und latente Konflikte zwischen den Bevölkerungsteile prägen weiterhin die Atmosphäre..