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Molotow-Cocktails gegen Flüchtlinge auf griechischer Insel

Spannungen zwischen Inselbewohnern und Migranten

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Molotow-Cocktails gegen Flüchtlinge auf griechischer Insel

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Auf der griechischen Insel Chios hat es die zweite Nacht in Folge Spannungen um ein Notlager für Flüchtlinge gegeben. Angreifer warfen Steine und Brandsätze in das Lager, nachdem tags zuvor Migranten Feuer gelegt hatten, berichtet der griechische Fernsehsender Skai. Derweil kommt Griechenland mit der Bearbeitung von Asylanträgen nur schlecht voran.

“Sie haben zwei Molotow-Cocktails geworfen”, berichtet der Lagerbewohner Mohammed al-Jazeer, der sich zusammen mit anderen Migranten vor ein Restaurant außerhalb des Lagers . Das Feuer war sehr gefährlich. Wir sind dann hier zu diesem Restaurant gegangen. Drinnen im Lager war es sehr schlimm.” Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR wurden etwa 100 Schlafplätze des Lagers Souda zerstört, in dem mehr als 1.000 Menschen untergekommen sind.

Ein Sprecher des UNHCR sagte, die Spannungen seien nicht neu, würden aber schlimmer werden. Er führte die Entwicklung auf die überfüllten Lager zurück. Der Bürgermeister von Chios hat den griechischen Migrationsminister gebeten, das Lager binnen 24 Stunden zu schließen. Die Unterbringung scheint aber schwierig, die Tageszeitung Kathimerini berichtet, es gebe zwar Geld, aber die Bewohner der Insel wehrten sich gegen den Bau neuer Auffanglager. Sie verlangten vielmehr, dass die Flüchtlinge aufs Festland gebracht werden.

Das aber ist gemäß dem Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei nicht möglich; die Menschen sollen auf den Inseln ausharren, bis ihre Asylanträge bearbeitet wurden. Wird kein Asyl gewährt, sollen sie zurück in die Türkei geschickt werden. Migrationsminister Ioannis Mouzalas will den Berichten zufolge in Brüssel nochmals um personelle Unterstützung bitten, damit die Asylanträge schneller bearbeitet werden können und sich die Lage entspannt.