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"Visa for Music" - Sprungbrett ins internationale Musikgeschäft


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"Visa for Music" - Sprungbrett ins internationale Musikgeschäft

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Rund um das Musikgeschäft drehte sich die dritte Ausgabe des Forums Visa for Music im marokkanischen Rabat, eine internationale Musikmesse mit Schwerpunkt Afrika und Naher Osten, die Künstler, Produzenten, Tourmanager und Festivalveranstalter zusammenbringt, um Kontakte zu knüpfen, neue Talente zu entdecken, um der Musikindustrie neue Impulse zu geben.

Der Grund für die Schaffung eines solchen Forums in Rabat: Kreativität braucht Organisation und Infrastrukturen, wie der scheidende marokkanische Kulturminister Mohamed Amine Sbihi betont: “Hier in Marokko erschien es uns unabdinglich, die Akteure der Musikindustrie zu fördern und die wichtige Rolle von Produktions- und Vertriebsfirmen zu stärken. Denn was nützt es, wenn der Staat die musikalische Kreativität unterstützt, sie aber nicht einem möglichst breiten Publikum zugute kommt.”

Africa United

Knapp 50 Bands traten auf dem viertätigen Forum auf, darunter die panafrikanische Reggae-Band “Africa United”, deren Mitglieder aus Marokko, Elfenbeinküste, Kongo und von den Komoren kommen. Sie wurde vor 10 Jahren von Fahad Faisoil gegründet.

Fahad Faisoil: “Ich bin auf der ‘Visa For Music’, um nach Verträgen oder anderen Projekten zu suchen, damit wir uns besser exportieren können.”

Viele Festivalveranstalter suchen in Rabat nach neuen Programmhighlights. Billy Domingo ist Leiter des Cape Town Jazz Festivals, es ist das größte seiner Art in Afrika.

Billy Domingo: “Letztes Jahr holte ich zwei Künstler vom Visa For Music Forum zum Jazzfestival nach Kapstadt. Der erste Auftritt von Violinist Hicham Telmoud war ein Bombenerfolg. Und jetzt bin ich dabei, ihn gemeinsam mit dem indischen Violinisten Deepak Pandit zu engagieren. Istanbul Sessions war die andere Band, die ich nach Kapstadt holte, die beim Publikum gut ankam. Deswegen bin ich diesmal wieder hier, um noch mehr Talente zu entdecken.”

Der in Paris lebende Musiker Carlos Lopes stammt von den Kapverdischen Inseln – und das ist in seiner Musik deutlich zu hören und zu spüren. Ein paar Noten reichten aus, um das Publikum beim Showcaseauftritt in Schwung zu bringen.

Carlos Lopes

Zur Zufriedenheit seines Managers, Robert Dray: “Wir hatten sehr gute Kontakte mit Festivalveranstaltern, denen der Auftritt gefiel. Wir haben bereits ein paar Daten in der Schweiz, vielleicht auch in Mexiko, da kommt eins zum anderen.”

Group Doueh & Cheveu

Eine ganz besondere Mischung aus Punkrock, Elektro und traditionellen Wüstenklängen bescherten die Westsahara-Band Group Doueh und das französische Trio Cheveu. Bei einer gemeinsamen Jamsession in Dakhla kam die außergewöhnliche Zusammenarbeit zustande, die zu einem gemeinsamen Album führte.

Maria Semuchkina leitet eines der wichtigsten Jazzfestivals in Moskau. Die Teilnahme an der “Visa for Music” war ihr erster Abstecher nach Afrika. “Ich habe noch nie so viele Musiker auf einmal gesehen, die so offen und warmherzig sind. Das sind die Rhythmen Afrikas, genau das, was uns in Russland fehlt. Es sind völlig unterschiedliche Kulturen, aber wenn wir sie vermischen, kann etwas Außergewöhnliches entstehen.”

Jadal, Jbara und Jakko

Jadal kommen aus Amman und sind einer beliebtesten Indie- Bands in Jordanien. Die Bad Boys, Jadal bedeutet kontrovers auf Arabisch, präsentierten in Rabat ihr jüngstes Album.

Der in Marokko beliebte Fusion-Musiker Jbara verbindet traditionelle und moderne Elemente und war zum dritten Mal bei der “Visa for Music”.

Wolfgang Spindler, euronews: “Was hat sich diesmal geschäftlich ergeben?

Jbara: “Es läuft prächtig, fünf afrikanische Gemeinschaftsprojekte, die hoffentlich zu fünf Alben führen werden. Ich wurde außerdem von Festivals in Litauen, Deutschland und Afrika gebucht.”

Die Band “Jakko” vereint marokkanische, senegalesische und mauretanische Musiker unter der Leitung des Ribab-Meisters Foulan Bouhssine und des Guembri-Spielers Mehdi Nassouli.

Wolfgang Spindler, euronews: “Hier auf der ‘Visa for Music’ konnten die professionellen der Musik Industrie Talente entdecken, die sonst nicht die finanziellen Mittel hätten, auf den großen etablierten Musikmessen ihr Können zu zeigen. Einige von ihnen haben es geschafft und sind bereits auf Internationalen Musikfestivals gebucht.”

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