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Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien geschlossen

Damit will die Regierung Geldschmuggel "krimineller Organisationen" verhindern.

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Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien geschlossen

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Im Kampf gegen Geldschmuggel hat “Venezuela”: seine Grenze zu Kolumbien für 72 Stunden geschlossen. Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro erklärte, die Maßnahme sei nötig, um kriminellen Organisationen das Handwerk zu legen, die versuchten, die Wirtschaft des Landes zu destabilisieren. Die Grenze zu Kolumbien war erst im August nach einem Jahr wieder geöffnet worden.

Innen- und Justizminister Nestor Reverol sagte:“Organisationen in den USA haben diesen finanziellen Umsturzversuch angezettelt, um unser Land zu ersticken. Sie wollen damit innerhalb des Finanzkrieges Unruhen im venezolanischen Volk verursachen.”

Parallel zur Grenzschließung werden alle 100-Bolívares-Scheine, die höchste Banknote der Landeswährung, bis Donnerstag aus dem Verkehr gezogen. Danach ist ein Umtausch noch für zehn Tage bei der Zentralbank möglich. Auf dem Schwarzmarkt in Venezuela haben 100-Bolívares nur noch einen Wert von mehreren Eurocent.

Passanten in der Hauptstadt Caracas sind überwiegend ratlos:“Es ist verrückt, dass sie von einem Tag auf den anderen die Geldscheine abschaffen wollen. Die 100-Bolívares-Scheine brauchen wir praktisch für 80 Prozent unserer Einkäufe.” Taxifahrer Teolvis Salcedo sagte:“Das ist unlogisch. Es sollte Schritt für Schritt geschehen. Durch die Ausgabe von Münzen werden die 100er-Scheine weiter abgewertet. Wir, die einfachen Leute auf der Straße, müssen darunter leiden.”

Wegen der galoppierenden Inflation im Land mit den größten Ölreserven der Welt werden ab Donnerstag größere Geldscheine zwischen 500 und 20.000 Bolívares in Umlauf gebracht. Experten rechnen danach mit einem weiteren Anstieg der Teuerungsrate und einer weiteren Zunahme von Versorgungsengpässen.