Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Nach dem Absturz: Putin ordnet Staatstrauer an


Russland

Nach dem Absturz: Putin ordnet Staatstrauer an

Es sollte ein Konzert für die russischen Soldaten in Syrien werden, eine Abwechselung im Dienst kurz vor Neujahr. Doch die über 60 Sänger des stimmgewaltigen Alexandrow-Armeechores kamen nie in Syrien an. Ihr Flugzeug, eine 33 Jahre alte Tupolew Tu-154 des russischen Verteidigungsministeriums, verunglückte am Sonntag über dem Schwarzen Meer bei Sotschi.

In Russland hat das Flugzeugunglück vielerorts für Bestürzung gesorgt. In Moskau versammelten sich Trauernde vor dem Hauptsitz des Alexandrow-Ensembles, um Blumen niederzulegen und der 92 Toten zu gedenken. Drei Mitglieder des Männerchors des Ensembles hatten den Flug nicht angetreten, darunter ein im Land berühmter Sänger, bekannt als Mr. Kalinka.

Putin verspricht Hilfe für Hinterbliebene

Staatspräsident Wladimir Putin hat für Montag einen Tag nationaler Trauer angekündigt. Am Sonntag wandte er sichtlich bewegt an die Öffentlichkeit. “Ich möchte den Familien unserer Bürger, die heute Morgen bei dem Absturz über dem Schwarzen Meer gestorben sind, meine tiefe Anteilnahme aussprechen. Eine vom Transportminister geleitete Kommission wird die genauen Umstände untersuchen. Alles wird getan werden, um die Familien der Opfer zu unterstützen. Morgen wird ganz Russland um die Toten trauern”, so Putin.

Alle Menschen an Bord der TU-154 starben bei dem Unglück: acht Besatzungsmitglieder, zwei Zivilangestellte, acht Militärangehörige, ein Mitarbeiter einer Wohltätigkeitorganisation, neun Mitarbeiter verschiedener Fernsehsender und 64 Musiker.

Internationale Anteilnahme

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte dem russischen Volk ihre Anteilnahme. Regierungssprecher Steffen Seibert versandte eine Nachricht des Mitgefühls in den sozialen Netzwerken:

Ursache bisher unklar

Warum die Maschine abstürzte, ist noch unklar. Die russische Nachrichtenagentur RIA berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, vorläufige Daten ließen auf einen technischen Defekt oder einen Pilotenfehler schließen. Interfax zufolge setzte das Flugzeug keinen Notruf ab. Das Wetter sei gut gewesen.

Die Tupolew kam dem Verteidigungsministerium zufolge aus Moskau und war in Sotschi zwischengelandet, um aufzutanken. Zuletzt sei das Flugzeug im September gewartet worden, sagte General Igor Konaschenkow. Die letzte größere Reparatur war im Dezember 2014. Insgesamt habe die Maschine etwa 7000 Flugstunden hinter sich. Der Pilot sei erfahren gewesen.

Die Suchaktion dauere noch an, sagte Konaschenkow. Es seien vier Schiffe, fünf Hubschrauber und eine Drohne daran beteiligt. Sechs Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte seien auf dem Weg zur Absturzstelle. Zudem sollen bei der Suche mehr als 100 Taucher eingesetzt werden sowie ein Mini-U-Boot.

ALL VIEWS

Tap to find out