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Tajani, Pitella und Verhofstadt: Chancenreich für das Amt des EU-Parlamentspräsidenten

Der frühere EU-Kommissar Antonio Tajani ist der Kandidat der Europäischen Volkspartei für das Amt des Parlamentspräsidenten.

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Tajani, Pitella und Verhofstadt: Chancenreich für das Amt des EU-Parlamentspräsidenten

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Der frühere EU-Kommissar Antonio Tajani ist der Kandidat der Europäischen Volkspartei für das Amt des Parlamentspräsidenten. Seine Fraktion ist die stärkste des Parlaments. Tajani sieht sich selbst als jemanden, der für die Kontinuität der Politik seiner Fraktion steht: “Ich habe nie die Partei gewechselt, ich heiße Antonio Tajani, ich bin mit großer Mehrheit zum Vizepräsidenten des Parlaments gewählt worden, ich hatte die meisten Stimmen. Anders als andere habe ich immer zu dieser Fraktion gehört. Was meine Partei anbelangt, gibt es somit keinerlei Probleme.” Tajani ist einer der Gründer der italienischen Forza Italia.

Der Landsmann Tajanis, Gianni Pitella, kandidiert für die europäischen Sozialisten und Demokraten. Im Kampf um die Macht kündigte er mit seiner Kandidatur zugleich die Abmachung mit der Volkspartei auf, derzufolge ein Christdemokrat im Amt des Parlamentspräsidenten folgen sollte: “Die Welt hat sich gewandelt, es gab die Entscheidung zum Brexit, es gab den Sieg Donald Trumps in den USA. Wir müssen verstehen, dass sich die Menschen für eine stärkere Polarisierung entschieden haben. Im Europaparlament wollen wir eine klare, zivile, bessere Alternative zwischen den Konservativen und den Fortschrittlichen entwickeln. Wir gehören zur Basis der Fortschrittlichen.”

Der Fraktionschef der Liberalen, Guy Verhofstadt, der sich erfolglos für den Zusammenschluss seiner Gruppe mit den europakritischen Abgeordneten der italienischen Fünf-Sterne-Bewegung Beppe Grillos eingesetzt hatte, sagt selbstkritisch: “Nach mehr als vierzig Jahren in der Politik war ich vielleicht etwas naiv, doch es kann passieren. Möglicherweise ist es nicht der erste Fehler, den ich in meinem politischen Leben gemacht habe. Doch es war ein ernsthafter Versuch. Als ich sah, dass diese Leute zur Zeit auf die pro-europäischen Gruppen zugehen, jetzt, wenn wir darüber sprechen, denke ich, dass es vielleicht keine schlechte Idee war, den Euroskeptizismus, den Populismus und Nationalismus zu schwächen.”