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Terrorverdächtiger nach Großrazzia im Rhein-Main-Gebiet in Haft


Deutschland

Terrorverdächtiger nach Großrazzia im Rhein-Main-Gebiet in Haft

Bei einer groß angelegten Anti-Terror-Razzia hat die Polizei im Rhein-Main-Gebiet einen mutmaßlichen Dschihadisten festgenommen. Der 36 Jahre alte Tunesier soll für die Terrormiliz IS ein Attentat in Deutschland geplant haben und an Anschlägen in Tunesien beteiligt gewesen sein.

Nach Behördenangaben saß der 36-Jährige zwischen September und November vergangenen Jahres in Abschiebehaft. Weil die tunesischen Behörden nicht die vollständigen Auslieferungsunterlagen vorgelegt hätten, sei der Mann am 4. November 2016 aus der Haft entlassen worden. Seit der Entlassung sei der Verdächtige bis Mittwochmorgen observiert worden, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle:“Bei dem Hauptverdächtigen handelt es sich um einen 36-jährigen tunesischen Staatsbürger. Er wird verdächtigt, seit August 2015 für die ausländische Terrororganisation gearbeitet zu haben, die sich selbst Islamischer Staat nennt. Er soll als Schleuser und Anwerber für die Organisation hier in Deutschland tätig gewesen sein.”

Der Festgenommene soll unter anderem im März 2015 an dem Attentat auf das Bardo-Museum in Tunis beteiligt gewesen sein. Dabei wurden 21 ausländische Urlauber getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich die IS-Miliz. Auch ein Angriff von Dschihadisten auf die tunesische Grenzstadt Ben Gardane im März 2016 wird ihm angelastet. Damals hatte es Dutzende Tote sowie Straßenkämpfe zwischen Extremisten und Sicherheitskräften gegeben.

Über ein Dutzend Zielpersonen

Die Razzia im Rhein-Main-Gebiet richtete sich gegen insgesamt 16 Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 46 Jahren. 1100 Beamte durchsuchten 54 Objekte, die meisten lagen im Großraum Frankfurt. In 13 Fällen geht es um den Vorwurf der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Ein konkretes Ziel in Deutschland gab es laut Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt noch nicht, auch soll ein Anschlag nicht unmittelbar bevorgestanden haben.

Parallelen zu Anis Amri

Auch der Berliner Attentäter Anis Amri war ausreisepflichtig. Er konnte aber nicht abgeschoben werden, weil sein Heimatland Tunesien ebenfalls nicht rechtzeitig Papiere für die Ausreise ausgestellt hatte. Amri hatte am 19. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet und rund 50 teilweise schwer verletzt. Er war als islamistischer Gefährder eingestuft.

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