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EU will Flüchtlinge mit libyscher Hilfe stoppen

Die meisten Flüchtlinge kommen von Libyen über das Mittelmeer nach Europa. Diese Route soll nun stärker abgeriegelt werden.

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EU will Flüchtlinge mit libyscher Hilfe stoppen

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Die meisten Flüchtlinge kommen von Libyen über das Mittelmeer nach Europa. Diese Route soll nun stärker abgeriegelt werden.

Die libysche Küstenwache hat rund 100 Menschen im Mittelmeer aufgegriffen und nach Tripoli zurückgebracht. Fast 90 Prozent der Flüchtlinge und Migranten, die nach Italien wollen, legen in Libyen ab.

Die EU Staats- und Regierungschefs haben beim Gipfel in Malta beschlossen, den libyschen Grenzschutz zu verstärken. Mehr Menschen sollen so abgefangen und dann in Aufnahmelager in Libyen gebracht werden. Dort sollen sie dann zu einer Rückkehr in ihre Heimat überredet werden.

Eine Frau erzählt: Ich lebe in Sabratha. Ich habe 300 US-Dollar gezahlt, um nach Italien zu kommen. Gestern, um Mitternacht ging es los. Wir waren 20 Stunden lang auf See.

Italien hat bereits mit Libyen ein bilaterales Abkommen zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung und des Menschenhandels abgeschlossen.

Kritik kam von der Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen”, Libyen sei kein sicherer Ort für Schutzsuchende. Menschen in Libyen festzuhalten oder sie dorthin zurückzuschicken führe die Grundwerte der EU – Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit – ad absurdum.

Euronews-Journalistin Valérie Gauriat hat mit Menschen gesprochen, die in libyschen Auffanglagern sind. Sie leben unter teils grausamen Bedingungen. Die Reportage “Rechtlos in Libyen: Illegale Migranten sind lukrative Opfer” finden Sie unter diesem Link.