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Vier Wochen Donald Trump

Am 20. Januar ist Donald Trump als 45. Präsident der USA vereidigt worden. Es folgte ein chaotischer Monat.

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Einen Monat ist es her, dass US-Präsident Donald Trump den Amtseid abgelegt hat. Der Amtseinführung folgten vier turbulente Wochen. Die, die geglaubt hatten, Trump würde “präsidialer” werden, sobald er im Amt ist, sehen sich inzwischen eines Besseren belehrt. Der Präsident macht exakt, was der Wahlkämpfer angekündigt hatte, und er legt dabei ein rasantes Tempo vor. Noch am Tag seiner Vereidigung unterzeichnete Trump seine erste Anweisung. Obamacare, das Krankenversicherungsgesetz, soll damit Geschichte werden.

Die angekündigte Mauer an der mexikanischen Grenze kommt als nächstes dran. Der US-Präsident besteht auf dem Bau der Mauer, außerdem soll Mexiko für das Bauwerk bezahlen. Mexikos Präsident Peña Nieto lehnt das strikt ab. Auf Twitter schreibt Trump, dann sei es besser, das geplante Treffen der beiden Präsidenten abzusagen.

24 Stunden später verhängt der amerikanische Präsident einen Einreisestopp für Menschen aus sieben muslimischen Staaten. Chaotische Szenen in den Flughäfen der USA sind die Folge, landesweit gehen die Menschen auf die Straßen. Bundesrichter James Robart kippt das Dekret mit einer einstweiligen Verfügung und zieht sich damit Trumps Unwillen zu. “Ich kann nicht glauben, dass ein Richter unser Land solch einer Gefahr aussetzt. Wenn etwas passiert, dann gebt ihm und dem Gerichtswesen die Schuld”, twittert der Präsident.

Der nächste Skandal kommt kurz darauf. Trumps nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn hat offensichtlich sicherheitsrelevante enge Beziehungen zu Russland und wird entlassen, da er US-Vizepräsident Mike Pence über diese Kontakte nicht voll informiert hatte. Mike Flynn sei ein großartiger Mann, sagt Trump. Er habe ihn gebeten zurückzutreten, da Flynn den Vizepräsidenten nicht voll informiert habe. “Ich war nicht zufrieden damit, wie er Informationen weiter gegeben hat”, sagt der Präsident.

Über Twitter herrscht Trump den Geheimdienst an, der dafür gesorgt habe, dass die Informationen bei der Presse landeten. Der wahre Skandal sei, dass geheime Informationen weitergegeben wurden, “wie Bonbons”, schreibt der Präsident. Das sei sehr unamerikanisch.

Der Präsident wütet außerdem weiter gegen die Medien. Die fabrizierten “fake news”, also bewusst falsche Meldungen und seien die Feinde des amerikanischen Volkes.

In der in vielen Medien als “kurios”, “chaotisch” und “denkwürdig” bezeichneten Pressekonferenz liefert sich der Präsident einen wahren Schlagabtausch mit den Medien. Er unterbricht die Reporter und fordert sie auf, den Mund zu halten. Es ist eine chaotische Pressekonferenz, die bei den amerikanischen Medien fast übereinstimmend für Entsetzen sorgt. Trump selbst sieht das anders: Man solle den lügnerischen Medien nicht glauben, das Weiße Haus leiste fantastische Arbeit. Er habe ein Chaos geerbt, aber er sei dabei das zu beheben.