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Mord für unter 100 Euro: Der Tod Kim Jong Nams wirft viele Fragen auf


Malaysia

Mord für unter 100 Euro: Der Tod Kim Jong Nams wirft viele Fragen auf

Nur ein harmloser Streich hätte der Agriff auf Kim Jong Nam sein sollen, aber er endete tödlich: Der Machthaber wurde am Flughafen Kuala Lumpur ermordet, und das offenbar zum Dumpingpreis.

Wie in einem Agentenfilm mutet der Mord an Kim Jong Nam, dem Bruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, an. Die Aufnahmen diesmal unschärfer als im Kino, aber dafür ist das, was man darauf sieht, aller Wahrscheinlichkeit nach real: Kim Jong Nam wird am Flughafen der malaysischen Hauptstadt von dem Angriff überrascht, danach entfernt sich mindestens eine Person schnell vom Tatort. Wenig später stirbt Kim an den Folgen des Nervengiftes VX, einer verbotenen Massenvernichtungswaffe.

Sie habe gedacht, sie solle jemandem einen Streich spielen, sagte eine der beiden tatverdächtigen Frauen. Die Indonesierin gab der Botschaft ihres Landes zufolge an, sie habe 85 Euro für den tödlichen Streich bekommen, dazu eine Art Babyöl, das sie Kim ins Gesicht schmieren sollte. Danach, habe man ihr gesagt, sollte sie sich die Hände waschen, berichten malaysische Behörden; eine wahnwitzige Anweisung, denn VX gehört zu den tödlichsten Nervengiften, die je produziert wurden. Ebenfalls unter Verdacht steht eine Vietnamesin. Die Botschaft ihres Landes äußerte sich bisher nicht.

Die malaysischen Behörden suchen derzeit nach mehreren Nordkoreanern in Zusammenhang mit dem Mord. Einer davon: Hyon Kwang Song, ein Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft. Einige der Gesuchten sollen das Land inzwischen verlassen haben.

Einiges deutet darauf hin, dass Nordkorea hinter dem Attentat steckt, Beweise scheint es aber bisher nicht zu geben. Der ermordete Kim Jong Nam war bei seinem Halbbruder, dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, in Ungnade gefallen. Seit Tagen gibt es diplomatische Verwerfungen über den Tod Kims zwischen Nordkorea und Malaysia. Ausgerechnet Malaysia, eines der wenigen Länder, das überhaupt diplomatische Beziehungen zu Nordkorea unterhält.

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