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Mossul: Flucht und Rückkehr

Die Schlacht um den Westteil der irakischen Großstadt ist in vollem Gange: Tausende fliehen, während sich teils Bewohner in den Osten Mossuls zurückwagen.

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Mossul: Flucht und Rückkehr

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Tausende Zivilisten fliehen vor dem Kampf um Mossul. Nach Angaben der Vereinten Nationen verließen allein in der vergangenen Woche 32.000 Menschen die irakische Großstadt. Ende Januar vermeldete die irakische Armee, den Ostteil Mossuls aus den Händen der Miliz Islamischer Staat befreit zu haben – seitdem läuft die Schlacht um die Stadtteile im Westen.

Vertriebene berichten, teils würden die IS-Mitglieder Zivilisten zwingen, auf ihrer Seite gegen die Armee zu kämpfen. Es wird geschätzt, dass sich im Westen von Mossul noch rund 2000 Anhänger der Extremistengruppe aufhalten. In der Stadt hatte einst IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi ein Kalifat ausgerufen. Mittlerweile ist er untergetaucht.

“Das sind Verbrecher”, meint ein Mann. Überall gebe es Zerstörung, das sei erdrückend, sagt er.

Sie seien aus den Trümmern entkommen, berichtet ein anderer. Sein Haus sei zerstört, alles sei kaputt.

Viele der Menschen suchen in Flüchtlingslagern Unterschlupf, doch die sind bereits überfüllt. Zum Teil wurden auch Moscheen in behelfsmäßige Behausungen für die Vertriebenen umfunktioniert.

Manche wagen gar die Rückkehr nach Mossul – wie hier in den Ostteil der Stadt. Sie beginnen damit, ihre zerbombten Häuser wieder aufzubauen – der Gefechtslärm ist dabei ein fast ständiger Begleiter.

“Ich bin erleichtert, dass wir befreit wurden. Unser Haus wurde zerstört, das ist der Preis, den wir bezahlen müssen”, sagt eine Frau.

Es werde in der Nähe zwar noch gekämpft, so ein Rückkehrer. “Doch wo sollen wir denn hin?”, fragt er. Es fehle an Wohnungen und Häusern, man müsse diese wieder aufbauen, sagt er.

Und das wird lange dauern. Denn der Krieg hat in Mossul erhebliche Spuren hinterlassen. Und noch ist er nicht vorbei…