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Kübra Gümüsay (28) für mehr Vielfalt in Deutschland

Sie gehört zu den bekanntesten Musliminnen in Deutschland, die Journalistin und Frauenrechtlerin Kübra Gümüsay, die 1988 in Hamburg geboren ist.

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Kübra Gümüsay (28) für mehr Vielfalt in Deutschland

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Sie gehört zu den bekanntesten Musliminnen in Deutschland, die Journalistin und Frauenrechtlerin Kübra Gümüsay, die 1988 in Hamburg geboren ist. In den vergangenen Jahren hat die Vortragsreisende und Bloggerin, deren Oma aus der Türkei kommt, in London und in Oxford gelebt. Sie sieht sich als “global citizen”, als Weltbürgerin.

Zu Hause fühlt sich Kübra Gümüsay in Hamburg und in Deutschland – trotz der Rassismus-Erfahrungen im Alltag. An Großbritannien gefällt ihr das Multikulturelle in den Städten. “Sofort wenn man ankommt, sieht man Polizistinnen mit Kopftuch und Polizisten mit Turban, die die Vielfalt widerspiegeln”, sagt Kübra Gümüsay im Gespräch mit euronews. Solche Bilder wünscht sie sich auch für Deutschland.

Von 2010 bis 2013 hatte die Journalistin eine Kolumne in der taz. Unter dem Titel Das Tuch schrieb Gümüsay über die “deutschen Haustürken”, die in Talkshows Groteskes von sich geben, aber auch, wie sie ihre Oma beim Börek-Backen per Internet um Hilfe bittet.

Zuletzt hat sich Kübra Gümüsay in der Kampagne #ausnahmslos dagegen gewehrt, dass Populisten nach den sexualisierten Angriffen in der Silvesternacht 2015 in Köln feministische Argumente für sich zu nutzen versuchten. Die Initiatorinnen von #ausnahmslos fordern eine Verschärfung des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip “Nein ist Nein”, aber keine Verschärfung des Ausländerrechts, mit Doppelstrafen durch Abschiebungen.


Als größten Erfolg in ihrem Leben sieht die Aktivistin für eine bessere Welt, dass sie für sich eine gewisse Leichtigkeit zurückgewonnen hat. Die Journalistin will nicht immer über Rassismus schreiben müssen.

Dabei bezeichnet sich Kübra Gümüsay selbst als “intellektuelle Reinigungskraft”, weil sie sich dazu aufgerufen fühlt, die Welt sauber zu machen, in einer Zeit zunehmender Polarisierung Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wegzuräumen.
Durch das Internet – so erklärte Gümüsay – ist der Hass, den vorher nur die Betroffenen erfahren haben, jetzt für alle sichtbar. Sie fürchtet, dass die dunkle Welle an Beschimpfungen auf die reale Welt überschwappt und dort Angriff auf Flüchtlingsheime verursacht. Der Welle des Hasses stellt Kübra Gümüsay “Organised Love” gegenüber.

Gümüsays Rede, die sie auf Englisch in Berlin gehalten hat, gibt es auch auf YouTube.

Mehr als 15.500 Menschen folgen @kuebra auf Twitter. Ihr Blog ist Ein Fremdwörterbuch.