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Ägypten: schwerste Anschläge auf Christen seit Jahren

Zwei Bombenanschläge haben am Sonntag Ägypten erschüttert.

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Ägypten: schwerste Anschläge auf Christen seit Jahren

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Zwei Bombenanschläge haben am Sonntag Ägypten erschüttert. Beide Male war das Ziel offenbar das gleiche: möglichst viele Christen wollten die Attentäter in den Tod reißen.

Ein Video zeigt die letzten Momente vor dem Anschlag in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria: Ein Mann geht auf eine Kirche zu, bleibt kurz vor einem Metalldetektor stehen. Dann eine Explosion.

Dem ägyptischen Innenministerium zufolge hatten Sicherheitskräfte dem mutmaßlichen Attentäter den Zugang zu der Kirche verwehrt. Daraufhin sprengte er sich vor dem Gotteshaus in die Luft. 16 Menschen fanden den Tod. Wäre der Attentäter in das Gebäude gelangt, wäre die Bilanz wohl noch verheerender ausgefallen.

Am Palmsonntag feiern besonders viele Christen in Ägypten den Gottesdienst. Offenbar ebenfalls in der Kirche war der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. Er blieb unverletzt, mutmaßlich durch das konsequente Einschreiten der Sicherheitsleute vor der Kirche.

Eine weitere Bombe explodierte im nordägyptischen Tanta. Dort war es dem Attentäter jedoch gelungen, den Sprengsatz in die Kirche zu schmuggeln. Mindestens 29 Menschen wurden getötet, mehr als 70 wurden verletzt.

Der sogenannte Islamische Staat reklamierte die Anschläge für sich. In einer Aussendung über eine IS-nahe “Nachrichtenagentur” schwadronierten IS-Angehörige von einer Rechnung, die sie mit den Abtrünnigen und Kreuzzüglern noch zu begleichen hätten.

Bereits im Dezember waren bei einem Anschlag in einer Kirche in Kairo rund 30 Menschen getötet worden. Die Anschläge vom Palmsonntag sind die schwersten auf die christliche Minderheit seit Jahren.

Muslime spenden Blut für Christen in Tanta, Nordägypten (nicht verifizierte Quelle)