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Erinnerungen an die Angst: Die Champs Elysées einen Tag danach

Einen Tag nach dem tödlichen Angriff auf einen Polizisten kehrt an der Champs Elysées der Alltag zurück.

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Erinnerungen an die Angst: Die Champs Elysées einen Tag danach

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Einen Tag nach dem tödlichen Angriff auf einen Polizisten kehrt an der Champs Elysées der Alltag zurück. Menschen sind wieder auf dem Prachtboulevard unterwegs, aber dass gestern etwas Schlimmes passiert ist, ist noch allgegenwärtig. Fernsehkameras stehen auf dem Gehsteig, und vor allem die Menschen, die hier tagtäglich ihren Geschäften nachgehen, denken an das, was direkt in ihrer Nähe passiert ist.

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"Ein Muslim tötet niemanden. Das ist in unserer Religion verboten."

Hazem Jabri Student

“Es passiert hier, es passiert im Ausland, es passiert überall. Wir müssen trotzdem weitermachen”, sagt eine Frau, die seit 40 Jahren in der Gegend arbeitet.

Die radikalislamische IS-Miliz hat den Anschlag für sich reklamiert. Ob der Täter tatsächlich ein Extremist war, ist unklar. Dennoch fühlen sich Muslime wieder unter Generalverdacht.

“Jeder sagt, Muslime seien Terroristen” so der 21-jährige Student Hazem Jabri, “aber ein Muslim tötet niemanden. Das ist in unserer Religion verboten.”

Für manche war die Bedrohung gestern viel weniger abstrakt. Sie waren ganz nah dran, sie hörten die Schüsse auf der Champs Elysées.

“Ich hatte große Angst”, sagt eine Frau, die ganz in der Nähe arbeitet, “Angst um mein Leben, um meine Sicherheit. Ich habe mich in einer Ecke in der Straße da drüben versteckt und 20 Minuten gewartet, bis sich die Lage beruhigt hat. Dann lief ich zur Metro, aber auch dort hatte ich noch Angst.”

Die Menschen versteckten sich, wo sie nur konnten. Manche von ihnen bekamen ganz direkt mit was passierte: Sie erzählen, wie ein Auto heranfuhr, ein Mann ausstieg und anfing, auf die Polizisten zu schießen.

Ein Mann flüchtete in einen Laden. Etwa 50 Menschen, viele Ausländer, seien dort gewesen, sagt er. Sie hätten ihn angeschaut und gefragt, was passiert sei. Darauf habe er geantwortet: “Es ist alles gut. Sie haben ihn getötet.”