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Muskelspiele vor Brexit-Verhandlungen: May lehnt EU-Forderungen ab

Die britische Premierministerin Theresa May reagierte abweisend auf den EU-Sondergipfelbeschluss vom Samstag.

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Muskelspiele vor Brexit-Verhandlungen: May lehnt EU-Forderungen ab

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Die britische Premierministerin Theresa May hält an ihrer Forderung fest, den EU-Austritt ihres Landes und ein künftiges Handelsabkommen gleichzeitig zu verhandeln. In einem Fernsehinterview ging May damit auf Konfrontationskurs mit den Staats- und Regierungschefs der bleibenden 27 EU-Länder. Diese hatten am Samstag einstimmig ihren Forderungskatalog für die Brexit-Gespräche verabschiedet, die nach der britischen Parlamentswahl am 8. Juni beginnen sollen.

May sagte:“Dies ist, denke ich, die wichtigste Wahl in Großbritannien, die ich je erlebt habe. Wenn die Menschen sich die Wahl anschauen und die Aussagen der Politiker hören, denken sie an das nationale Interesse. Wenn wir in diese Verhandlungen gehen – und wir haben schon einige Kommentare aus Brüssel gehört – ist es wichtig zu wissen, dass diese Verhandlungen manchmal schwierig werden können.”

Sie ziehe es weiter vor, kein Austrittsabkommen mit der EU zu schließen als ein schlechtes. May lehnte erneut eine Kernforderung der EU ab, wonach erst über die Trennung verhandelt und dann über die Zukunft entschieden werden soll. 

Ferner pochen die bleibenden Länder auf Rechtssicherheit für die 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und die 1,2 Millionen Briten in der EU, die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse sowie andere Rechte behalten sollen. Auch von den finanziellen Forderungen an Großbritannien – im Raum steht eine Summe zwischen 50 und 60 Milliarden Euro – wollen die anderen EU-Länder keinesfalls abrücken.

Offen ist zudem die Zukunft Irlands, das künftig durch eine EU-Außengrenze vom britischen Nordirland getrennt sein könnte. Die Frist für das Scheidungsverfahren läuft am 29. März 2019 ab.

Hier können Sie das May-BBC-Interview sehen