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Bau, Konsum, Investitionen, Export: Deutsche Wirtschaft boomt


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Bau, Konsum, Investitionen, Export: Deutsche Wirtschaft boomt

Die deutsche Wirtschaft läuft auf vollen Touren: Verbraucher, Staat, Exporteure und investitionsfreudige Unternehmen sorgten im ersten Quartal für das kräftigste Wachstum seit einem Jahr.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März um 0,6 Prozent gegenüber dem letzten Quartal 2016 zu, so das Statistische Bundesamt. Damit ließ Europas größte Volkswirtschaft andere Nationen wie die USA (0,2 Prozent), Großbritannien (0,3 Prozent) und Frankreich (0,3 Prozent) hinter sich. Die Euro-Zone insgesamt kam auf 0,5 Prozent.

Markit-Bau-PMI Deutschland: imMärzstärkstesWachstum(saisonbereinigt) seitmehralseinemJahrClausMichelsen</a> <a href="https://t.co/c6eTLntJr4">https://t.co/c6eTLntJr4</a> <a href="https://t.co/LbSRoLJJmS">pic.twitter.com/LbSRoLJJmS</a></p>— André Kühnlenz(KeineWunder) 6 avril 2017

Die Rekordbeschäftigung kurbelte den Konsum an, der Bau boomte wegen niedriger Zinsen weiter und die Exporteure spürten die verbesserte Weltkonjunktur. Verbraucher und Staat gaben etwas mehr aus – letzterer beispielsweise für die Unterkunft und Verpflegung von Flüchtlingen. “Die Investitionen legten kräftig zu”, so das Statistikamt. Sowohl in Bauten als auch in Ausrüstungen wie Maschinen sei deutlich mehr gesteckt worden. “Die Unternehmen steigern ihre Ausgaben für Maschinen und Anlagen, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, international wettbewerbsfähig zu bleiben und Innovationen voranzutreiben”, sagte auch Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

AUFSCHWUNG ZUR BUNDESTAGSWAHL

Experten sagen im Bundestagswahljahr 2017 einen anhaltenden Aufschwung voraus.

“Die Wirtschaft profitiert weiterhin von einem Doping durch niedrige Zinsen, günstiges Öl und einen exportfördernden Wechselkurs”, so DIHK-Experte Wansleben. “Die zahlreichen globalen Unwägbarkeiten bremsen das Wachstum bisher kaum.” Weder die Verunsicherung über den Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump noch der näher rückende EU-Austritt Großbritanniens würgten den Aufschwung ab.

Chefvolkswirt Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe sprach sogar von einem “Aufschwung ohne Ende”. “Dass er von allen Seiten positive Impulse bekommen hat, zeigt, dass er auf einem breiten Fundament steht”, so der Ökonom. Für dieses Jahr rechnet die EU-Kommission mit einem Wachstum in Deutschland von 1,6 Prozent. 2016 waren es 1,9 Prozent, wobei es allerdings drei Arbeitstage mehr gab. “Es wird ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft”, ist sich Ökonomin Ulrike Kastens von der Privatbank Sal. Oppenheim sicher.

Allerdings würde die Konjunktur ohne das für Deutschland unangemessen tiefe Zinsniveau weniger brummen, sagte Ökonom Krüger: “Da sich daran vorerst jedoch nichts ändern wird, dürften die Lobeshymnen auf den deutschen Aufschwung anhalten.”

su mit Reuters

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