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Flammeninferno in London: May "tief betroffen"

Mindestens 12 Menschen kamen bei dem Hochhausbrand ums Leben. Dutzende wurden teilweise schwer verletzt. Die Polizei rechnete mit weiter steigenden Opferzahlen.

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Flammeninferno in London: May "tief betroffen"

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Beim verheerenden Brand eines Hochhauses im Zentrum Londons sind mindestens 12 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Das Feuer in dem 24-stöckigen Gebäude in Kensington war um kurz vor ein Uhr nachts Ortzeit ausgebrochen und hatte viele Menschen in den insgesamt rund 120 Wohnungen im Schlaf überrascht. Die Polizei rechnet mit weiteren Todesopfern, weil mehrere Menschen vermisst werden. Die Brandursache war zunächst unklar. Scotland Yard schloss lediglich einen Terroranschlag aus. Um Menschenleben zu retten, hatten sich Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken bis in den 20. Stock vorgekämpft.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan dankte tief bewegt den Rettern:“Meine Gedanken und Gebete, und mit Sicherheit auch die der ganzen Nation, richten sich an die Familien und Freunde derer in dem Gebäude, die von diesem tragischen und schrecklichen Feuer betroffen sind. Meine Anerkennung gilt den fantastischen Einsatzkräften, darunter den rund 250 Feuerwehrleuten, und den medizinischen Notfallteams mit über hundert Mitarbeitern. Ferner bedanke ich mich bei den über hundert Polizisten.”

Die britische Premierministerin Theresa May erklärte, sie sei “tief betroffen von den tragischen Todesfällen”. Augenzeugen berichteten, dass von Flammen umzingelte Eltern ihre Kinder in die Tiefe geworfen haben.
Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein. Das Schicksal der weiteren Kinder ist ungewiss. Andere Anwohner sind Augenzeugen zufolge freiwillig aus Fenstern gesprungen,

Bewohner des 1974 erbauten “Grenfell Tower” sollen sich in der Vergangenheit über fehlenden oder mangelhaften Brandschutz in dem Gebäude beschwert haben. Erst im vergangenen Jahr waren Renovierungsarbeiten im Umfang von umgerechnet rund zehn Millionen Euro abgeschlossen worden. Die ausführende Baufirma erklärte, bei den zweijährigen Arbeiten alle Standards und Bestimmungen eingehalten zu haben.



Von den 64 Verletzten befanden sich zunächst 20 in kritischem Zustand.