Eilmeldung

Eilmeldung

Neuseeland baut erstes Kulturzentrum nach Hundertwasser-Plänen

Sie lesen gerade:

Neuseeland baut erstes Kulturzentrum nach Hundertwasser-Plänen

Schriftgrösse Aa Aa

Die Finanzierung für das in Neuseeland geplante Kunstprojekt steht: Die Pläne des österreichischen Künstlers und Architekten Hundertwasser werden umgesetzt.

Siebzehn Jahre nach dem Tod des Meisters Friedensreich Hundertwasser wird der Bau eines Kunstzentrums Realität.

Die Bauarbeiten des Hundertwasser-Zentrums sollen vor Weihnachten in der Stadt Whangarei, auf der Nordinsel beginnen.


Der 1928 in Wien geborene Künstler ist bekannt für seine farbenfrohen, abstrakten Gemälde sowie seine skurrile Architektur. Doch in seiner Heimat scheint er nie seinen idealen Rückzugspunkt gefunden zu haben. Er erfüllte sich Mitte der 1970er-Jahre seinen Traum vom Leben und Arbeiten in der Natur und zog ins neuseeländische Kawakawa. Dort arbeitete er bis zu seinem Tod an verschiedenen Projekten, wie beispielsweise Sonnenkollektoren oder Pflanzenkläranlagen.
Seinem Wunsch entsprechend wurde er im “Garten der glücklichen Toten” auf seinem Landgut in Neuseeland begraben.

In diesem Video erfahren Sie mehr über die Beziehung Hundertwassers zu Neuseeland (in englisch):

Hundertwasser hatte der Stadt bereits in den neunziger Jahren das Design für ein Kunstzentrum geschenkt. Seitdem hatten wechselnde Stadträte des Provinzortes das Projekt immer wieder als “unpassend” oder “zu teuer” abgelehnt. Nun wird das Projekt dank eines Referendums und Spenden der Bürger realisiert.

Kawakawa: Ein stilles Örtchen
Dem kleinen Dorf hinterließ der Wiener Künstler nicht nur das Kunstzentrum, sondern auch eine Touristenattraktion der anderen Art: Mitten auf der Hauptstraße Gillies Street hat der Wiener Künstler Hundertwasser eine Toilette gestaltet. Besucher können dort im typischen Hundertwasser-Ambiente ihre Notdurft verrichten.


Ein Bauprojekt mit vielen Wendungen und Drehungen
In seinen Plänen hatte er ein leerstehendes Hafenverwaltungsgebäude von Whangerei als Standort ausgesucht.

Fotomontage des geplanten, internationalen Hundertwasser-Kunstzentrums am Hafen von Whangarei, Neuseeland

Bevor es jedoch gebaut werden konnte, verstarb er bei einer Kreuzfahrt im Pazifischen Ozean im Alter von 71 Jahren an Herzversagen. Acht Jahre nach seinem Tod wurden Skizzen und Ideen aus seinen Archiven geholt. Darunter auch die Pläne für das Kunstprojekt.

Das “Hundertwasser Wairau Maori Art Center” (HWMAC) wird Originalarbeiten des Wahl-Neuseeländers sowie Kunstschätze aus der Maori-Kultur beherbergen und soll für die Öffentlichkeit ab 2019 zugänglich sein. In dem Komplex sollen sowohl ein Café als auch ein Jugendzentrum Platz finden.

Das mit einem begehbaren Dachpark und goldenem Zwiebelturm versehene Gebäude soll umgerechnet rund 10 Millionen Euro kosten und wird von der Privatstiftung “Prosper Northland” sowie aus Spendengeldern finanziert.
Befürworter des Projekts erhoffen sich von der neuen Touristenattraktion einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Region.

Die Hundertwasser-Stiftung in Wien unterstützt das neue Kunsthaus und will nach der Fertigstellung spezielle Touren anbieten, die das HWMAC in Whangarei, die berühmten Hundertwasser-Toiletten in Kawakawa und die letzte Ruhestätte des Künstlers verbinden sollen.

Dieses Video zeigt Ihnen die “Top Ten” der von Hundertwasser konstruierten Gebäude: