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Warmbiers Freund: "Ich war nicht überrascht, als er verhaftet wurde"


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Warmbiers Freund: "Ich war nicht überrascht, als er verhaftet wurde"

Sie binden Schleifen um jeden Baum, um Telefonmasten, an jeden Zaun. Junge Menschen in Otto Warmbiers Heimatstadt Wyoming im US-Bundesstaat Ohio bereiten die Beerdigung des 22-Jährigen vor. Sie schmücken die Strecke von Warmbiers Highschool bis zum Friedhof. Hier wird ein Trauerzug für den verstorbenen Studenten stattfinden.

Ein junger Mann, der in Wyoming sehr beliebt war, wie Jay Klein, ein Freund aus Ottos altem Fußballteam, erzählt. Und er habe Abenteuer geliebt: “Otto war ein sehr lebhafter Typ. Er reiste gern und es überraschte mich überhaupt nicht, als ich hörte, dass er in Nordkorea ist. Auch nicht, als ich hörte, dass er festgenommen wurde. So war er einfach”, sagt Klein.

Warmbiers Abenteuerlust wurde ihm zum Verhängnis. Weil er ein Propagandaplakat von der Wand seines Hotels abnahm, wurde er zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Vergangene Woche ließ ihn Nordkorea frei – mit schweren Hirnverletzungen und als Komapatient. Am Montag starb Warmbier in seiner Heimat in den USA. Was genau mit dem jungen Mann in Nordkorea passierte, wird wohl für immer unklar bleiben. Die Eltern entschieden sich gegen eine Autopsie.

Der 22-Jährige soll vor seiner Freilassung bereits 15 Monate im Koma gelegen haben. Fred und Cindy Warmbier wurden über den Gesundheitszustand ihres Sohns erst kurz vor dessen Rückkehr in die USA informiert. Die nordkoreanische Regierung erklärte, Warmbier habe sich eine Fleischvergiftung eingefangen, eine Schlaftablette bekommen und daraufhin sei er ins Koma gefallen. Seine Eltern glauben, dass ihr Sohn im Gefängnis gefoltert wurde.


In Otto Warmbiers Heimatstadt Wyoming bereiten die Menschen seine Beerdigung vor.