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Ungewöhnlicher Protest: Mélenchon spielt "Kaufladen" im Parlament

Der französische Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon ist für seine Protestfreude und seine Schlagfertigkeit bekannt.

Am Mittwoch machte der Leiter der Bewegung “Unbeugsames Frankreich” seinem Zorn Luft über die Kürzung des Wohngeldes um fünf Euro.

Während ein Abgeordneter seiner Partei sich am Rednerpult über die Entscheidung der Regierung ausließ, holte Mélenchon nach und nach Lebensmittel aus seiner Tasche und baute sie vor sich auf.

Mit der Kollektion an Grundnahrungsmitteln wie Reis, Nudeln, Konserven und Brot wollte der Politiker illustrieren, was man für fünf Euro kaufen kann.

Die Protestaktion wurde vom Parlamentsfernsehen gefilmt.

Für Studenten sind fünf Euro viel Geld, lautet die Kritik auch in sozialen Netzwerken. Einige junge Menschen folgten Mélenchons Beispiel…


Französischen Medien zufolge sind rund 800.000 Studenten von der Entscheidung betroffen. Im Durchschnitt zahlt der Staat ihnen monatlich 225 Euro als Zuschuss zur Miete.

Vor allem in Großstädten wie Paris, wo die Mieten immer weiter steigen, ermöglicht die sogenannte APL (“’aide personnalisée au logement”) vielen jungen Menschen, aber auch anderen Bedürftigen, überhaupt eine Bleibe zu finden.

Mit seiner Demonstration verstieß Mélenchon gegen die Hausregeln der Assemblée Nationale. Demnach ist es Abgeordneten während Debatten strengstens verboten, Grafiken, Banner oder andere Objekte zu nutzen, um ihre Meinung zu untermalen.

Welche Konsequenzen die Aktion für Mélenchon hat, war zunächst nicht bekannt.