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Pakistan: Ministerpräsident Sharif des Amtes enthoben

Sharif habe sein Vermögen nicht ordnungsgemäß offengelegt. Durch die Korruptionsvorwürfe sehen ihn die Richter als "disqualifiziert" an.

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Der der Oberste Gerichtshof Pakistans hat Ministerpräsident Nawaz Sharif seines Amtes enthoben. Die Richter erklärten, Sharif habe sein Vermögen nicht ordnungsgemäß offengelegt. Damit sei er nicht mehr qualifiziert, ein ehrenwertes Mitglied des Parlaments zu sein, und er sei auch nicht mehr als Ministerpräsident im Amt. Kurz nach dem Urteil erklärte Sharif über sein Büro, er sei zurückgetreten. Er habe aber “starke Vorbehalte” gegen das Urteil und werde alle “Möglichkeiten der Verfassung und des Rechts nutzen”.

Bei den Vorwürfen gegen Sharif geht es um Geldwäsche und Korruption. Sie beruhen auf den Panama Papers, die 2016 von mehreren Medien veröffentlicht wurden und die Steuertricks zahlreicher Politiker und Prominenter offenlegten. Darin fanden sich auch Konten von Sharifs Familie.

Sharif ist einer der mächtigsten Politiker Pakistans. Er stammt aus einer Industriellenfamilie mit Machtbasis in der mit mehr als 100 Millionen Menschen größten Provinz des Landes, Punjab. Ein Teil der Familie kümmert sich um das Wirtschaftsimperium, darunter auch beide Sharif-Söhne, ein anderer um die Politik. Sein Bruder Shahbaz ist Ministerpräsident von Punjab. Politische Gegner – darunter Oppositionsführer Imran Khan – feierten die Gerichtsentscheidung. Sie sei ein Sieg für die Justiz.