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Türkische Wahlempfehlung für Deutschland: "Erdoğan will aufhetzen"

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Türkische Wahlempfehlung für Deutschland: "Erdoğan will aufhetzen"

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Wahlkampf in Deutschland mit ungewöhnlichen Teilnehmern: Recep Tayyip Erdoğan gibt eine Empfehlung ab, was die in Deutschland wahlberechtigten Türken keinesfalls wählen sollen, die Kanzlerpartei CDU, die SPD und die Grünen.

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"Erdoğan hat jedes Maß verloren"

Martin Schulz Kanzlerkandidat, SPD

“Es gibt etwa eine Million türkische Wähler, die ihre Stimme abgeben und damit die Richtung der Politik ändern werden”, kündigte Erdoğan an, “ich rufe türkische Wähler auf, nicht für jene Parteien zu stimmen, die eine solch respektlose, aggressive Haltung gegen die Türkei vertreten.”

Freies Wahlrecht

Von einer “Lektion an den Wahlurnen” sprach Erdogan. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel reagierte empört: Man werde sich von niemandem in die Wahl hineinreden lassen. Deutsche Staatsbürger, egal, welcher Abstammung, besäßen weiterhin ein freies Wahlrecht.

Außenminister Sigmar Gabriel sprach von einem einmaligen Eingriff in Deutschlands Souveränität. “Diese grobe Einmischung in den deutschen Wahlkampf zeigt, dass Erdogan die Menschen in Deutschland gegeneinander aufhetzen will”, so Gabriel.

Die türkische Regierung liegt im Streit mit Deutschland. Sie fordert vergeblich die Auslieferung von angeblichen Putschisten, sie wirft Deutschland vor, Terroristen und Anhängern des Geistlichen Fetullah Gülen Unterschlupf zu bieten, sie verhinderte den Besuch deutscher Abgeordneter auf einer deutschen Militärbasis in der Türkei. Deutschlands Politiker verhinderten Wahlkampfauftritte türkischer Politiker und fordern die Freilassung von in der Türkei inhaftierten deutschen Journalisten und Menschenrechtlern.