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Wer sind die Attentäter von Spanien?

Die kleine Stadt Ripoll gerät in den Fokus der Terrorermittlungen in Spanien. Ein Imam soll dort die noch jugendlichen Angreifer radikalisiert haben.

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Nach den Anschlägen in Spanien vermuten die Ermittler einen Imam hinter der Terrorzelle. Genau wie die meisten der Angreifer lebte er in Ripoll, einer Kleinstadt in Katalonien rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona.

Gemeinsam planten sie offenbar einen noch viel verheerenderen Anschlag mit Gas oder Sprengstoff. Dabei kam der Drahtzieher in der Nacht zum Donnerstag bei einer Explosion ums Leben.

Ein Nachbar des muslimischen Geistlichen sagt: “Wir kannten uns nicht gut, ich kann dazu nichts sagen. Jeder glaubt etwas anderes. Wenn er etwas Gefährliches getan hat, finde ich das nicht gut. Mir macht das alles Angst.”

Auch in der Moschee, in der der Imam predigte, hat man von den Attentatsplänen offenbar nichts bemerkt. Die jungen Männer seien unauffällig gewesen, genau wie der Prediger selbst.

“Der Imam war normal. Gewöhnlich. Wie andere Imame auch. Wir haben überhaupt nichts bemerkt. Nie. Und wenn, dann wäre ich der Erste gewesen, der es der Polizei gesagt hätte”, so Ali Yassine, Vorstand der Moschee in Ripoll.

Familienmitglieder der mutmaßlichen Terroristen stehen unter Schock. Eine Frau trauert um einen Sohn, der bei der vereitelten Attacke im Küstenort Cambrils von der Polizei erschossen wurden.

Von seiner Radikalisierung habe sie nichts bemerkt: “Mohammed rief mich an und sagte, er sei bis zum 27. August im Urlaub. Ich fragte ihn wo er sei und er sagte, er sei mit Freunden am Strand.”

Mohammeds Schwester erzählt, wenn sie von Anschlägen im Fernsehen erfahren habe, habe sie immer gedacht, Terroristen müssten verrückt sein. Jetzt sei ihr Bruder einer von ihnen.

Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der muslimischen Gemeinschaft Ripolls distanzierte sie sich von den Taten der jungen Männer. Die Botschaft auf ihren Transparenten: “Nicht in meinem Namen.”