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Angola kurbelt Stromversorgung an

Angola ist zweimal so groß wie Frankreich und besitzt Erdöl, Gas und Diamanten. Das Land hat ein außergewöhnliches, wirtschaftliches Potenzial, ganz zu schweigen von der Biodiversität, die es erm

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Angola kurbelt Stromversorgung an

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Angola ist zweimal so groß wie Frankreich und besitzt Erdöl, Gas und Diamanten. Das Land hat ein außergewöhnliches, wirtschaftliches Potenzial, ganz zu schweigen von der Biodiversität, die es ermöglich eine neue Infrastruktur zu entwickeln.

“Der Fluß Kwanza, die Wasserfälle von Kalandula, und die unzähligen Flüsse haben ein großes hydroelektrisches Potenzial, eines der wichtigsten in ganz Afrika. Heute sind aber nur vier Prozent dieser Ressourcen erschlossen. Das wollen die Behörden nun ändern. Der Bau der Talsperre Laúca ist eines der Großprojekte.”

Das leistungstärkste Wasserkraftwerk des Landes wurde vor rund zwei Wochen eingeweiht. Die Kosten für die Talsperre belaufen sich auf rund vier Milliarden Dollar. Das Kraftwerk verfügt über eine installierte Leistung von 2.070 Megawatt. So kann eine Stadt mit acht Millionen Einwohnern mit Strom versorgt werden. Durch das Kraftwerk wird die Energiekapazität des Landes verdoppelt. Heute leben noch immer 65 Prozent der Einwohner ohne Strom.

9.000 Menschen haben hier unter Hochdruck gearbeitet, um die sechs Turbinen fristgerecht zu installieren. In der Region ist der positive Einfluss des Kraftwerks bereits zu spüren, wie hier in Dombo. Für die Einwohner des Dorfes, rund 40 Kilometer von Laùca entfernt, ist es kein normaler Abend. Heute gibt es zum ersten Mal Strom.

Die nächste Etappe steht schon fest: Unterhalb von Laúca ist die Talsperre Caculo-Cabaça in Planung. Sie soll in vier Jahren in der Lage sein, 2.100 Megawatt zusätzlich produzieren. Der Fluss Kwanza versorgt sieben Talsperren für eine Produktion von 7.450 Megawatt.
Das größte Problem ist die Verteilung der neuen Energie. Die Region Malanje, in der das Kraftwerk liegt, mit dem Zentrum des Landes zu verbinden, ist eine logistische Herausforderung. Die Kosten sind enorm.

Die wirtschaftliche Lunge des Landes ist die Hauptstadt Luanda mit sechs Millionen Einwohnern und trotzdem mangelt es an Elektriztät. Das Projekt, das ganze Land mit Strom zu versorge, birgt mehrere Herausforderungen. Die Verwendung von Diesel einzustellen, scheint notwendig. Francisco Talino, Geschäftsführer von ENDE: “Mit einem Liter Diesel kann man drei Kilowat pro Stunde produzieren, aber wenn man dann die Unterhaltungskosten dazu zählt, wie den Ölwechsel und die Investition in die Ausrüstung, und die Arbeitskräfte, dann wird das sehr teuer. Ein riesiges Projekt, das den Strom in die verschiedenen Regionen bringen soll, ist auf den Weg gebracht worden. Es handelt sich dabei um eine wichtige Etappe. Das Projekt der Stromversorgung hat für uns höchste Priorität, denn ohne diese sind unsere Ziele der nachhaltigen Entwicklung nur sehr schwer zu erreichen.”

In vielen Vierteln von Luanda laufen den ganzen Tag über Generatoren. Die Abhängigkeit von Diesel hat Fernando Miguel dazu getrieben, nach neun Jahren sein Viertel zu verlassen. In der Zeit haben 10 Generatoren ihren Geist aufgeben. Er erzählt: “Es ist ein täglicher Kampf, denn wir haben hier keinen Strom. Und es gibt Viertel, da ist es noch viel schlimmer. Einige haben seit 15 oder sogar 20 Jahren keinen Strom. Aber wir hoffen, dass sich das mit der Talsperre Laùca nun ändern wird und dass wir endlich Strom in unsere Viertel geliefert bekommen.”

Die Produktionsleistung in Angola kommt der Nachfrage nicht nach. Die Nachfrage steigt, je mehr sich das Land weiter entwickelt. Prognosen zufolge wird sich der durchschnittliche Stromverbrauch pro Einwohner 2025 auf 1230 Kilowatt pro Stunde belaufen, 2013 waren es nur 375 Kilowatt pro Stunde. Darüber hinaus ist eine zuverlässiger Stromversorgung unerlässlich für das Funktionieren der Firmen in Angola.

Nova Cimangola ist ein gutes Beispiel. Das Zementwerk hat 300 Millionen Dollar in die Produktion von Zementklinker investiert. Die Produktion läuft rund um die Uhr. Projektkoordinator Paulo Pacavira unterstreicht: “Jeder Stromausfall kostet uns pro Minute rund 500 Dollar. Bei einem Stromausfall versuchen wir dann so schnell wie möglich unsere Generatoren anzuwerfen, um unsere Ausrüstung am Laufen zu halten. In unserer ersten Fabrik gab es zahlreiche Stromausfälle. Wir geben unser Bestes, dass alles funktioniert, aber es ist schwierig. Aber dank der neuen Projekte kann man sagen, dass die Verfügbarkeit und die Qualität des Stroms zufriedenstellend ist.”

Das Programm der Stromverteilung, dass von der Regierung auf den Weg gebracht wurde steckt noch in die Kinderschuhen, aber mit diesem Projekt hofft Angola schon bald seine Wirtschaft ankurbeln zu können.