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Auf lange Sicht: Japans Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika

Die Japaner setzen auf das Wachstum in Afrika und helfen bei der Entwicklung

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Auf lange Sicht: Japans Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika

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Hilfe zur Selbsthilfe, zur Autonomie auf lange Sicht: Seit den fünfziger Jahren leistet Japan in Afrika Entwicklungshilfe oder Entwickungszusammenarbeit, wie es heute heißt. Vor fast 25 Jahren wurde das Programm noch intensiviert mit der sogenannten Tokioter Internationalen Konferenz zur Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika, kurz TICAD. Das japanische Modell der Kooperation mit Afrika fußt auf Technologietransfer, Schulung und Betreuung bei der Umsetzung.

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"Die Senegalesen haben sich das japanische Knowhow angeeignet. Dadurch können wir unsere Einnahmen steigern, und die Leute können in ihrer Heimat bleiben!"

Alassane Ba Agaringenieur im Senegal

Besserer Reis für Senegal


Zum Beispiel im Senegal, entlang des Senegal-Flusses. Dort geht es um Produktivitäts- und Qualitätssteigerung beim Reisanbau. Unter Leitung der Agentur für Internationale Zusammenarbeit Japans ist entlang des Flusses eine wahre Reiskammer Senegals entstanden. Mit Hilfe japanischer Experten haben die Bauern und landwirtschaftlichen Betriebe das Bewässerungssystem modernisiert und ihre Anbautechnik verbessert.



“Wir sind geschult worden und können jetzt selbst die Leitungen instandsetzen. Wir produzieren sehr viel mehr Reis und können zwei Ernten pro Jahr haben – das war sehr schwierig, bevor die Japaner kamen”, berichtet Mamadou Oumar Dia, der Vorsitzende einer Bauernvereinigung. “Die Bewässerung brauchte zwei Wochen für 77 Parzellen. Heute schaffen wir das in einer Woche. Der Treibstoff-Verbrauch wurde um dreißig Prozent gesenkt und damit die Kosten für die Bewässerung”, fügt Agraringenieur Amadou Tidiane Mbaye hinzu. “Die Japaner zeigen es uns in der Praxis. Das ist etwas ganz Besonderes! Und die Senegalesen haben sich das japanische Knowhow angeeignet. Dadurch können wir unsere Einnahmen steigern, und die Leute können in ihrer Heimat bleiben!” meint Agaringenieur Alassane Ba.


Vermittlung einfacher Grundkenntnisse statt ausgefeilter Technologie


Statt vier Tonnen Reis produziere man nun sieben Tonnen pro Hektar, die Einnahmen der Bauern seien im Durchschnitt um zwanzig Prozent gestiegen. Der Technologietransfer soll nachhaltig sein, bekräftigt der japanische technische Berater Takashi Hotta: “Die Idee war, Techniken auf lange Sicht weitergeben zu können. Wir reden hier nicht von sehr ausgefeilten Techniken, sondern von etwas ganz einfachen Kenntnissen, die für die Bauern leicht zu verstehen sind und die überdauern – die sie leicht weitergeben können.”



Die Philosophie dahinter ist die der Partnerschaft mit der örtlichen Bevölkerung, um besser auf die jeweiligen Bedürfnisse einer Region eingehen zu können. Kaori Tanaka von der Agentur für Internationale Zusammenarbeit Japans: “Wir begleiten sie, immer im Dialog. Es geht nicht darum, dass wir unsere Technologie einführen, um uns dort breitzumachen, sondern wir holen uns viele Meinungen an Ort und Stelle ein, um unsere technologischen Möglichkeiten anzupassen.”

Neben der Produktivität soll die Qualität des senegalesischen Reises gesteigert werden. Noch wird Reis großteils importiert, dabei ist das heimische Potenzial groß. Deshalb liefert Japan auch modernes Equipment wie eine Sortieranlage in einer Fabrik zur Weiterverarbeitung, damit die verschiedenen Varianten besser sortiert und vermarktet werden können.


Außenwerbung und künftige Märkte


Entwicklungszusammenarbeit als andere Form der Diplomatie. Zur Bestandsaufnahme hält Japan regelmäßig seine TICAD-Konferenzen ab, mit Vertretern der afrikanischen Regierungen, afrikanischen und internationalen Organisationen und dem privaten Sektor. Die jüngste fand Ende August in Mosambiks Hauptstadt Maputo statt.



Laut dem japanischen Außenminister Taro Kono flossen seit der TICAD im Vorjahr in Nairobi im Rahmen der japanischen Entwicklungszusammenarbeit und privater Investitionen fünf Milliarden Dollar nach Afrika. Nun wolle man weiter für eine bessere Infrastruktur auf dem afrikanischen Kontinent sorgen, die Länder auch untereinander besser verbinden. Wichtig sei dabei, auch verifizieren zu können, dass diese Infrastruktur internationalen Standards entspricht und auf offene und transparente Weise betrieben wird.

Mehr zur Außenwirkung des japanischen Engagements bei den Afrikanern hier

Unterstützt von der japanischen Regierung