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Gewalt gegen Rohingya: Offenbar auch Landminen im Einsatz

Mehr als 120 000 Rohingya sind bereits aus Myanmar geflohen. Sie berichten von massiver Gewalt. Offenbar werden auch Landminen eingesetzt.

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Gewalt gegen Rohingya: Offenbar auch Landminen im Einsatz

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Die Aufnahme von Rohingya-Flüchtlingen aus Myanmar im Nachbarland Bangladesch stößt nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) an ihre Grenzen. Mindestens 123.000 Angehörige der muslimischen Minderheit seien bereits vor der Gewalt geflohen. Sie berichten von massiver Gewalt. Offenbar werden auch Landminen eingesetzt.

Dies sei ein besorgniserregender neuer Trend, sagt Phil Robertson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. “Wir würden nicht von einem Genozid sprechen. Aber Menschen kommen in einem zum Teil kritischen Zustand über die Grenze, wurden durch Schüsse oder Granatsplitter verletzt.

Es gibt Hinweise, dass vom Militär in Myanmar Landminen eingesetzt werden. Wenn das der Fall ist, sprechen wir nicht nur von Gewalt, sondern es wird auf Zivilisten gezielt, die versuchen, einer gefährlichen Situation zu entkommen.”

Derweil mehrt sich vielerorts die Kritik an Aung Sang Suu Kyi, der De-facto-Regierungschefin Myanmars. Human Rights Watch rief die Friedensnobelpreisträgerin am Dienstag auf, ihre moralische Autorität auszuüben und die Gewalt gegen die Minderheit zu verurteilen.

Eine humanitäre Krise drohe an Bangladeschs Grenze mit Myanmar, warnen UN-Hilfsorganisationen. Die Camps seien voll, aber täglich kämen Tausende Rohingya-Flüchtlinge dazu. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf ihrerseits appellierte an Regierungen, das Geld für lebensrettende Maßnahmen aufzubringen. Für die nächsten drei Monate würden dringend 18 Millionen Dollar (gut 15 Millionen Euro) zur Unterstützung der Ankömmlinge benötigt.