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Erstes Lächeln nach 15 Jahren: Wachkoma-Patient erlangt "minimales Bewusstsein"

Als 20-Jähriger hatte der Mann bei einem schweren Autounfall schwere Hirnverletzungen erlitten.

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Erstes Lächeln nach 15 Jahren: Wachkoma-Patient erlangt "minimales Bewusstsein"

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Der Behandlungserfolg gilt bereits als eine Sensation: In Frankreich haben Neurowissenschaftler einen Patienten aus dem Wachkoma geholt.

Die Ärzte stimulierten den sogenannten Vagus-Hirnnerv, der an der Regulation fast aller inneren Organe beteiligt ist, mit Stromimpulsen. Zu diesem Zweck setzten sie dem Mann ein experimentelles Nerven-Implantat ein.

Nach rund einem Monat Therapie erlangte der Patient, der heute 35 Jahre alt ist, wieder “minimales Bewusstsein”, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Current Biology)30964-8 berichten.

Er ist zwar immer noch gelähmt, kann jetzt Objekte mit den Augen zu fokussieren, auf einfach Anweisungen reagieren und bleibt länger wach, wenn ihm vorgelesen wird.

Sogar seine Gefühle kommen langsam zurück: Als er seine Lieblingsmusik hörte, vernahmen die Wissenschaftler ein Lächeln auf seinem Gesicht. Auch eine Träne rollte über seine Wange, wie die Ärzte berichteten.

Der Patient hatte sich vor 15 Jahren bei einem schweren Autounfall schwerwiegende neurologische Schäden zugezogen. Seither funktionierte zwar seine Atmung und auch seine Augen waren geöffnet, doch er reagierte auf keinerlei Reize.

Normalerweise gibt es in diesen Fällen keine Hoffnung auf Besserung. Der Eingriff ist nicht nur ein wichtiger therapeutischer Fortschritt.

Zahlreiche Wissenschaftler weisen auch darauf hin, dass viele Patienten im Wachkoma vernachlässigt werden. Nach mehr als 12 Monaten im Wachkoma wird oft davon ausgegangen, dass eine Besserung nicht mehr möglich ist.