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Schäubles Abschiedsgeschenke: "Mr Black Zero" grinst vom 100-Euro-Schein

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem: «Er gab Ratschläge, mal gefragt, mal ungefragt»

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Schäubles Abschiedsgeschenke: "Mr Black Zero" grinst vom 100-Euro-Schein

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Acht Jahre lang bestimmte Wolfgang Schäuble (CDU) als Bundesfinanzminister die Diskussionen in der Eurogruppe maßgeblich. Dort tauschen sich die Finanzminister der 19
Euro-Staaten hinter verschlossenen Türen aus und treffen
Entscheidungen zur Zukunft der Gemeinschaftswährung. Jahrelang ging es dabei vor allem um ein Thema: Griechenland.
Das völlig überschuldete Land wurde nur mit Hilfe internationaler
Geldgeber vor der Pleite gerettet. Schäuble bestand in nervenaufreibenden und bis tief in die Nacht
dauernden Auseinandersetzungen in Brüsseler Verhandlungsräumen vor allem in der Hochphase der Krise bis 2015 stets auf einem strikten Sparkurs und der rigorosen Umsetzung sämtlicher Abmachungen (“Am 28., 24 Uhr, isch over”).

«Ich denke, er war ein großartiger Kollege für jeden von uns, er gab Ratschläge, mal gefragt, mal ungefragt», so Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Bei Schäubles letztem Treffen der Euro-Finanzminister in Luxemburg würdigten ihn viele persönlich. Und er bekam von den Kollegen unter anderem eine signierte Europaflagge geschenkt. Darauf hinterließ der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos als Widmung: “Nichts wird ganz so sein wie vorher.”

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Und auf Schäubles letzter IWF-Jahrestagung am kommenden Wochenende macht auch der Währungsfonds eine Art Abschiedsgeschenk. Statt wie üblich höhere Investitionen anzumahnen, fordert der Fonds in seiner neuen Konjunkturprognose Staaten wie Italien und Spanien auf, mehr für die Haushaltskonsolidierung zu tun.

su mit dpa