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Katalonien-Krise schwelt weiter:"Ich bin sehr verängstigt"

Sollte die Unabhängigkeit vom Zentralstaat ausgerufen werden, müsste Regionalpräsident Carles Puigdemont seine sofortige Inhaftierung befürchten.

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Katalonien-Krise schwelt weiter:"Ich bin sehr verängstigt"

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Die Separatisten in Katalonien stehen vor dem Aus. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy kündigte die Absetzung von Regionalpräsident Carles Puigdemont und aller Kabinettsmitglieder an. Am Freitag wird der Senat für mehrere Zwangsmaßnahmen grünes Licht geben.

Eine Rentnerin in Barcelona sagte:“Ich bin sehr verängstigt und ich denke, es ist sehr hart, aber der Staat sitzt im Vergleich zu Katalonien am längeren Hebel.” Ein Rentner sagte:“Puigdemont hat eine Reihe von Möglichkeiten, darunter die Ausrufung der Unabhängigkeit, der er sich verschrieben hat. Das würde die Lage verschlimmern. Oder er schließt einen Pakt mit dem Zentralstaat. Das ist auch sehr schwierig, weil die Zentralregierung das nicht will.”

Dass der Unabhängigkeitsbewegung durch die Zwangsmaßnahmen der Todestoß versetzt wird, bezweifeln Beobachter. Puigdemont wies die Maßnahmen als “Putsch” und “inakzeptablen Angriff auf die Demokratie” zurück. Er rief das Regionalparlament auf, zu handeln.

Der spanische Außenminister Alfonso Datis zeigte sich davon unbeeindruckt:“Welche Anweisungen sie auch geben werden, wir werden sie nicht anerkennen, und ich hoffe, alle werden sie ignorieren, weil sie nicht die rechtliche Autorität haben, dies zu tun.”

Sollte die Unabhängigkeit vom Zentralstaat ausgerufen werden, müsste Puigdemont nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Madrid aufgrund “der Schwere der Straftat” seine sofortige Inhaftierung befürchten. Für Rebellion sieht das spanische Gesetz Haftstrafen von bis zu 30 Jahren vor.