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Ausstellung in Brüssel zeigt Kleidung von Vergewaltigungsopfern

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Ausstellung in Brüssel zeigt Kleidung von Vergewaltigungsopfern

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Welche Kleidung haben Sie an jenem Tag getragen?

Mit dieser Frage werden Opfer einer Vergewaltigung konfrontiert.

Doch viele Frauen fühlen sich dadurch in die Defensive gedrängt, denn unterschwellig wird angedeutet, dass die Vergewaltigung nicht stattgefunden hätte, wenn das Opfer anders gekleidet gewesen wäre.

Eine Ausstellung in Brüssel zeigt nun die Kleidung, die die Opfer an jenem Tag trugen.

Die Frauen hätten alle mögliche Sachen getragen, selbst eine Polizeiuniform, erklärt eine der Organisatorinnen.

Bei den Taten ging es nicht um das Ausleben von männlichen sexuellen Fantasien, sondern allein um Macht. Um die Macht des Stärkeren über die Schwächere.

Und das entspreche genau dem, was seit Monaten vor allem in den USA in den Schlagzeilen sei.

Wir haben Passanten befragt. Und tatsächlich glaubten viele, dass eine Belästigung durch die Kleidung der Frau ausgelöst werden könnte.

Wenn eine Frau sich provokativ anziehe, akzeptiere sie die Folgen. Wenn sie nicht angefasst werden wolle, würde sie sich anders anziehen.

Ein kurzer Rock mache schon etwas aus. Sie selbst bekomme dann schon Bemerkungen hinterher gerufen.

Eine Vergewaltigung wird häufig von Männern verübt, die das Opfer kennen - von Verwandten, Freunden, Kollegen.

Die Zahl der bekannt gewordenen Vergewaltigungen in Europe stieg zwischen 2008 und 2015 um fast die Hälfte an.

Amnesty International warnt, dass jede fünfte Frau in ihrem Leben Opfer einer Vergewaltigung wird.