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So berichteten türkische Medien über die Yücel-Freilassung

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So berichteten türkische Medien über die Yücel-Freilassung

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Das türkische Medienecho über die Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel war am Samstag gespalten. Die meisten regierungsnahen Zeitungen berichteten sehr kurz. In oppositionellen Medien war sie hingegen ein größeres Thema und wurde sehr kritisch betrachtet.

Die beiden großen Zeitungen "Hürriyet" und "Sozcu" zeigten das Bild Yücels mit seiner Frau bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis auf der unteren Hälfte des Titelblatts. Sozcu wählte die Schlagzeile "Neue Ära mit Deutschland: Beziehungen verbessern sich, Deniz Yücel ist raus".

Beide Zeitungen platzierten den Bericht über drei prominente türkische Journalisten, die am Freitag zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden, direkt daneben.

Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" kommentierte, die Freilassung habe die Pläne eines anti-türkischen Bündnisses "durchkreuzt".

Die regierungskritische Tageszeitung "Cumhuriyet", deren Ex-Chef Can Dündar im Exil in Deutschland lebt, titelte "Gesetz des Feilschens" über dem Foto der Haftentlassung. Der Artikel darunter thematisierte Vorwürfe, wonach die Freilassung Teil eines Deals sei, und erwähnte Yücels Satz "Für schmutzige Deals stehe ich nicht zur Verfügung".

Die kleinere, politisch linke Zeitung "Evrsensel" zeigte auf ihrer Titelseite eine Karikatur mit einer Anspielung auf das vergangene Verfassungsreferendum, mit dem auf Initiative von Erdogan ein Präsidialsystem eingeführt wurde. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagt darin: "Das Referendum ist vorbei, jetzt normalisieren wir die Beziehungen zu Deutschland."

In der europäischen Presse spielte die Freilassung Yücels kaum eine Rolle. Von Spanien bis Skandinavien berichteten die Zeitungen zumeist kurz nachrichtlich oder gar nicht über das Thema.