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Irlands Präsident preist griechische Willkommenskultur

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Irlands Präsident preist griechische Willkommenskultur

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Er kam, sah und begeisterte seine Gastgeber am anderen Ende Europas. Der irische Präsident Michael Higgins – selbst aus einem Staat, der nach 2010 drei Jahre lang Notkredite brauchte – lobte Griechenlands Großzügigkeit gegenüber Flüchtlingen.

Wie er den Widerstand der Visegrad-Länder (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) gegen die Quotenregelung für die Umsiedlung von Flüchtlingen beurteilt?

Michael Higgins, irischer Präsident:

„Welche Art von Union wollen wir? Wollen wir eine Europäische Union, die die Welt sich anschauen und sagen kann, das ist ein Ort der Gleichheit, der Rechte, der Gastfreundschaft und was auch immer? Oder ein Europa, das von einem Klima der Angst zum nächsten schlittert? Ich hoffe, dass die Länder, die Sie da erwähnen, ihre Position überdenken und erkennen, dass wenn es tatsächlich Fehlschläge in unserer Politik und unserer Diplomatie gibt, diese nie auf Kosten der Schwächsten der Menschheit gehen sollten."

Im Auffanglager Elaionas in Athen pries der irische Präsident Griechenlands Anstrengungen in der Flüchtlingskrise - ein Land, das die Krise bewältigt habe, während es mit seiner eigenen Wirtschaftskrise zu kämpfen hatte.

Michael Higgins, irischer Präsident:

"Die menschliche Leistung eines Landes, das einen solchen Kampf durchmacht, und mit offenen Armen handelt, sie hat der Menschheit ein großartiges Beispiel gegeben."

Was Krisen angeht, hat Higgins „Insiderwissen“. Sein Land war zwischen 2010 und 2013 in einer ähnlichen Lage wie Griechenland. Gerüchte über einen Bankrott machten damals Notkredite der europäischen Partner nötig. Nach Umsetzung eines Spar- und Reformprogramms (Memorandum) konnte sich Irland aber schon etwa dreieinhalb Jahre später wieder eigenständig finanzieren. Griechenland ist im achten Jahr der Hilfsprogramme.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise 2014 waren mehr als eine Million Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen (2014: 219.000, 2015: 1.015.000, 2016: 363.000, 2017: 205.000 – „The Migrants Files“, Frontex).

Ioannis Karagiorgas, Sigrid Ulrich mit Reuters