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Weißrussland: Teures Gut Freiheit

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Weißrussland: Teures Gut Freiheit

Weißrussland: Teures Gut Freiheit
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Am 25. März feierte Weißrussland - oder laut amtlichem Namen Republik Belarus - den 100. Geburtstag der ersten Unabhängigkeit des Landes.

Zum ersten Mal war die Gedenkveranstaltung am sogenannten Tag der Freiheit offiziell von der Staatsführung genehmigt worden. Der eigentliche Nationalfeiertag ist der 3. Juli. Für manche ist die Tatsache, dass die Feierlichkeiten am 25. März diesmal zugelassen wurden, ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Außerhalb des abgegrenzten Platzes, auf dem gefeiert werden durfte, waren Kundgebungen verboten. Wer es dennoch versuchte, bekam Ärger mit den Sicherheitskräften.

Mikalaj Statkevich, ein bekannter weißrussischer Oppositioneller, ist skeptisch, dass es wirklich eine Öffnung des Landes geben wird. 2010 bewarb sich Statkevich um das Präsidentenamt. Bei Protesten gegen die Wiederwahl Aleksander Lukaschenkos wurde er wegen des Aufrufs zu Massenprotesten zu sechs Jahren Haft verurteilt. 2015 wurde er entlassen. Daraufhin wurden mehrere Sanktionsmaßnahmen der Europäischen Union gegen Weißrussland aufgehoben. Doch Unterdrückung gebe es immer noch, sagt Statkevich.

"Dies ist kein freies Land. Das Volk hat keinen Einfluss auf die Macht. Es gibt immer noch politische Häftlinge, und sie werden gefoltert. Das Land drückt den Menschen die Luft ab, man kann nur schwerlich atmen. Die Angst regiert", so Statkevich.

Die weißrussische Regierung sucht einerseits die Annäherung an die Europäische Union, wirtschaftlich und kulturell ist das Land eng mit Russland verbunden.

"Die Lage in Weißrussland und um Weißrussland herum hat sich verändert - zum Beispiel in Bezug auf Sicherheitsfragen. Denken Sie an die Krise in der Ukraine. Deshalb wollen die weißrussischen Behörden vorsichtig voranschreiten, um die Stabilität unserer Gesellschaft zu bewahren", sagt der weißrussische Außenminister Wladimir Makei.

Im Rahmen unserer Sendung Insiders berichten wir ausführlich über das Thema Weißrussland.