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Wie die AfD und Erdogan den Anschlag von Münster für ihre Ziele nutzen

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Wie die AfD und Erdogan den Anschlag von Münster für ihre Ziele nutzen

Wie die AfD und Erdogan den Anschlag von Münster für ihre Ziele nutzen
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REUTERS/Wolfgang Rattay
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Nachdem in Münster ein Campingbus in eine Menschenmenge gerast war, glaubten zunächst viele an einen Terroranschlag. Auch unter den Bewohnern der Stadt ging die Angst um. Es dauerte ein paar Stunden bis klar wurde: der mutmaßliche Täter ist ein 48 Jahre alter Deutscher - ohne jeglichen Migrationshintergrund. Warum Jens R. den Anschlag verübt hat, war zunächst unklar.

Die Staatsanwaltschaft erklärte am Sonntag, dass der mutmaßliche Täter zwar wegen kleinerer Delikte der Polizei bekannt gewesen sei. Es gebe aber keine Hinweise auf einen politisch motivierten Hintergrund oder weitere Täter.

Doch auch nachdem auch die Polizei offiziell mitgeteilt hatte, dass ein Deutscher für den Anschlag verantwortlich ist, fand die AfD-Politikerin Beatrix von Storch auf Twitter einen Weg, um dennoch "islamistischen Terror" zu sehen. Sie schrieb "Ein Nachahmer islamischen Terrors schlägt zu. Die Verharmlosungs- und Islam-ist-Vielfaltapologeten jubilieren."

Einige fragen sich schon, wie die AfD-Politikerin auf so etwas kommt.

Der Präsident der Türkei Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag das schreckliche Geschehen in Münster für einen verbalen Angriff auf den französischen Staatschef Emmanuel Macron genutzt. "Da, Ihr seht doch, was die Terroristen in Deutschland machen, oder?", sagte Erdogan in Denizli im Westen der Türkei laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. "Das wird auch in Frankreich geschehen. Ihr werdet sinken, solange der Westen diese Terroristen nährt."

Erdogan kritisiert Macron, weil dieser kürzlich eine Delegation mit Vertretern der syrischen Kurdenmiliz YPG in Paris empfangen hatte. Erdogan sagte dazu: "Frankreich, Du leistest dem Terrorismus Beihilfe, unterstützt ihn und empfängst dann Terroristen im Elysée-Palast."

Emmanuel Macron hatte die Türkei auch mehrmals aufgefordert, die im Januar gestartete Afrin-Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz in Syrien einzustellen.

Natürlich gibt es auch viele traurige und besonnene Reaktionen auf den Anschlag von Münster. Viele davon können Sie im Liveblog nachlesen.