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Macron sieht Militärschläge in Syrien als "legitim"

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Macron sieht Militärschläge in Syrien als "legitim"

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Francois Guillot/Pool via Reuters
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Emmanuel Macron sieht die Luftangriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Syrien als "legitim" - das erklärte der französische Präsident in einem knapp dreistündigen Interview mit den Sendern BFMTV und RMC sowie mit der investigativen Onlinezeitung Médiapart.

"Nach Angaben der syrischen und russischen Behörden gibt es keine Opfer auf ihrer Seite. Genau das wollten wir erreichen", sagte der 40-Jährige im Interview. "Wir haben sehr genau Chemiewaffeneinrichtungen getroffen, die gegen alle internationalen Gesetze verstoßen, insbesondere die gegen ihre Verwendung, gemäß unseren Verpflichtungen. Auf russischer Seite gab es keine Kollateralschäden."

Frankreichs Präsident erklärte auch, er wolle nach den Militärschlägen in Syrien "mit allen sprechen", auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Russlands Präsidenten Wladimir Putin soll verhandelt werden, so Macron.

"Wir haben ihn überzeugt"

Außerdem äußerte sich Macron zu der Haltung des US-Präsidenten Donald Trump, der zuvor angekündigt hatte, seine Truppen aus Syrien abziehen zu wollen.

"Vor zehn Tagen sagte Präsident Trump "die Vereinigten Staaten sollten sich aus Syrien zurückziehen". Wir haben ihn überzeugt: Wir haben ihn davon überzeugt, dass wir langfristig dort bleiben müssen. Wir haben ihn auch davon überzeugt, dass die Militärschläge auf Chemiewaffeneinrichtungen beschränkt werden müssen, nachdem, wie Sie wissen, Tweets für Aufsehen gesorgt hatten", so der französische Staatschef am Sonntagabend.

Das Weiße Haus teilte hingegen nach Macrons Interview mit, dass Trump seine Truppen nach wie vor so schnell wie möglich aus Syrien abziehen wolle. "Die US-Mission hat sich nicht geändert - der Präsident hat klargestellt, dass er will, dass die US-Streitkräfte so schnell wie möglich nach Hause kommen", zitierten US-Medien am Sonntag (Ortszeit) die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag mindestens 105 Marschflugkörper auf mindestens drei Ziele in Syrien abgefeuert. Die Staaten machen die syrische Regierung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff am 7. April in der Stadt Duma verantwortlich. Dabei sollen Dutzende Kinder, Frauen und Männer getötet und laut WHO etwa 500 Menschen betroffen gewesen sein. Syrien und seine Schutzmächte Russland und Iran weisen das zurück.

Seit 2011 sind nach UN-Angaben in dem Bürgerkrieg mehr als 400 000 Menschen getötet worden, Millionen sind im In- und Ausland auf der Flucht.