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Anschlag auf jüdisches Museum in Brüssel kommt vor belgischen Assisenhof

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Anschlag auf jüdisches Museum in Brüssel kommt vor belgischen Assisenhof

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Das Attentat auf das Jüdische Museum in Brüssel vom Mai 2014 wird vor dem Brüsseler Assisenhof verhandelt werden.

Das gaben die belgischen Justizbehörden am Donnerstag bekannt.

Angeklagt sind die Franzosen Medhi Nemmouche und Nacer Bendrer. Ein dritter Angeklagter, Mounir Attalah, ebenfalls Franzose, wird dagegen den französischen Behörden überstellt werden.

Der Assisenhof ist die höchste strafrechtliche Instanz Belgiens.

Bei dem Anschlag waren vier Menschen erschossen worden:

Emanuel and Miriam Riva, Touristen aus Israel, Alexandre Strens, ein junger Museumsmitarbeiter, und die Französin Dominique Sabrier.

Die Gewalttat erschütterte Europa und versetze jüdische Gemeinden in Angst und Schrecken.

Zwar ist es seitdem in Belgien nicht mehr zu gezielten Terrorattacken auf jüdische Einrichtungen gekommen, dennoch ist auch hier zunehmender Antisemitismus ein Problem.

Rabbi Avi Tawil, der Leiter des Jüdischen Gemeindezentrums in Europa (EJCC) in Brüssel. Er erklärte gegenüber Euronews:

"Ich laufe mit meiner Kippah auf dem Kopf durch die Straßen, bin also recht einfach als jüdisch zu erkennen. Und ich muss gestehen, dass ich dort auch sehr häufig an meine Herkunft erinnert werde, und meistens nicht auf eine angenehme Weise. Was allerdings noch interessanter ist, ist, dass das meinen Kindern noch häufiger passiert als mir.

Wenn ein Kind zum Ziel rassistischer Aggression wird, und oft sind es ja muslimische Kinder, wie wir alle wissen gibt es hier auch viel Hass auf Muslime, dann fühle ich immer, dass auch meine Kinder angegriffen wurden.

Ich hoffe, dass man begreift, dass das die ganze Gesellschaft angeht und nicht nur eine bestimmte Gemeinde."

Seit dem Anschlag vor knapp vier Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen in Belgien verstärkt worden. Die jüdische Gemeinde Belgiens hat heute rund 40.000 Mitglieder, die meisten von ihnen leben in Antwerpen und Brüssel.