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Ägäis: Migrantenlager übervoll

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Ägäis: Migrantenlager übervoll

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Migrantenkrise und Abschaffung der reduzierten Mehrwertsteuer machen der griechischen Insel Lesbos zu schaffen. Gesundheitsminister Andreas Xanthos besuchte das Lager Moria, das mit rund 7.000 Migranten doppelt so viele wie geplant beherbergt. Die Gesundheitsversorgung habe Priorität, allerdings seien die Ressourcen überfordert:

Andreas Xanthos, Gesundheitsminister:

"Unsere große Aufgabe ist die Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Menschen. Solange das Lager so überfüllt ist, gibt es sicher Risiken und Notstände.“

Um die völlig überfüllten Lager auf den Ostägäisinseln zu entlasten, will die griechische Regierung mehr Flüchtlinge aufs Festland zu bringen. Bis September diesen Jahres solle die Zahl der Migranten und Flüchtlinge auf die vorgesehene Aufnahmekapazität der Auffanglager reduziert werden.

Die Lage hatte sich in den vergangenen Wochen nach der Ankunft zahlreicher neuer Migranten auf den Inseln Lesbos, Chios und Samos verschlechtert. Zurzeit befinden sich auf der größten Insel Lesbos 8849 Migranten. Das größte Lager von Moria mit einer Aufnahmekapazität von 3000 Menschen ist restlos überfüllt. Dort leben 6795 Migranten und Flüchtlinge. In den vergangenen Tagen war es wiederholt zu Ausschreitungen gekommen, die Geduld der Insulaner sei erschöpft.

Michalis, Handwerker:

"Ich denke, innerhalb einer Generation wird diese Insel eine andere Bevölkerung haben, und macht uns traurig, denn wir lieben diese Insel".

Aus Sicht der Insulaner trägt Lesbos die ganze Last, deshalb bereiten sie Demonstrationen und Streiks vor, denn ihr Premier Alexis Tsipras hat seinen Besuch angekündigt.

Panos Kitsikopoulos, euronews, fasst die Stimmung zusammen.

"Die Bevölkerung von Lesbos glaubt, die Regierung habe die Insel aufgegeben, die Insel, die fast die ganze Last der Migrantenkrise getragen hat - und immer noch trägt. Dabei reisst der Strom der Migranten nach Lesbos und die östlichen Ägäisinseln nicht ab, genau so wie die aggressive Rhetorik der Türkei nicht endet."