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Das Ende der ETA

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Das Ende der ETA

Das Ende der ETA
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REUTERS/Vincent West
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Es soll der Schlussstrich unter einen jahrzehntelangen blutigen Konflikt sein: Im französischen Baskenland ließ die spanische Untergrundorganisation ETA ihre endgültige Auflösung bekanntgeben. 2011 hatte die Gruppe ihren Gewaltverzicht erklärt. Im vergangenen Jahr legte sie die Waffen nieder.

Es braucht Großzügigkeit, um Wunden zu heilen.

Irati Agorria Cuevas Internationale Konferenz Campo-les-Bains

"Tiefe Wunden bleiben," erklärte Irati Agorria Cuevas, eine Sprecherin auf der internationalen Konferenz in Cambo-les-Bains, auf Baskisch. "Familien und Gemeinschaften sind gespalten. Weitere Anstrengungen müssen folgen, um die Opfer zu unterstützen. Alle Seiten müssen sich ehrlich der Vergangenheit stellen. Es braucht Großzügigkeit, um Wunden zu heilen und eine gespaltene Gemeinschaft neu aufzubauen."

Die Zeremonie wurde in Anwesenheit internationaler Gäste in der Villa Arnaga de Cambo im französischen Baskenland abgehalten - das Anwesen gehörte dem französischen Schriftsteller Edmond Rostand, berühmt für das Werk "Cyrano von Bergerac".

Spaniens Regierung zu keinen Kompromissen bereit

Vieles muss noch geklärt werden: Was aus den Gefangenen wird, ist ein Thema mit Konfliktpotential.

Einen Dialog lehnt Regierungschef Mariano Rajoy jedoch weiter ab: "Die Verbrechen der ETA werden untersucht, vor Gericht geahndet und wenn nötig bestraft. Die Gefängnisstrafen werden nicht gelockert. Straffreiheit gab es noch nie und wird es niemals geben. Die spanische Demokratie hat die ETA besiegt. Ein Sieg, der uns allen gehört: den spanischen Demokraten, unseren französischen Nachbarn und der Europäischen Union, die uns in diesem Kampf unterstützt hat."

Jahrzehnte voller Angst und Schrecken

Auf das Konto der ETA gehen laut spanischer Regierung mehr als 850 Tote. Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten bei Entführungen oder Attentaten starben.

Mit ihrem Kampf wollte die ETA ein unabhängiges Baskenland durchsetzen. Zuletzt wurden mehr und mehr Führungsmitglieder festgenommen oder getötet, zugleich schwand der Rückhalt in der Bevölkerung.

Ihr letzter Chef, Jose Antonio Urrutikoetxea - genannt "Josu Ternera", lebt seit 2002 im Untergrund. Er wird wegen mehrfachen Mordes gesucht.