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Große Mehrheit für Aufhebung des Abtreibungsverbotes

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Große Mehrheit für Aufhebung des Abtreibungsverbotes

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Beim Abtreibungsreferendum in Irland zeichnet sich eine große Mehrheit für eine Aufhebung des Verbots von Schwangerschaftsabbrüchen ab. Einer Nachwahlbefragung im Auftrag der «Irish Times» zufolge stimmten am Freitag rund 68 Prozent der Wähler für die Streichung eines Verfassungsartikels, der Schwangerschaftsabbrüche faktisch unmöglich gemacht hatte.

Etwa 3,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die Abschaffung des achten Verfassungszusatzes zu entscheiden. Die Wahlbeteiligung war mit 70 Prozent außerordentlich hoch.

Die 1983 eingeführte Regelung gab ungeborenen Kindern dasselbe Recht auf Leben wie der Mutter, was Abtreibung praktisch unmöglich macht. Das gilt auch in Fällen von Vergewaltigung, Inzest oder Missbildung des Fötus. Zuwiderhandlungen werden mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft.

Die Abschaffung des achten Verfassungszusatzes ermöglicht es jetzt dem Parlament, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu legalisieren. Dafür warb Irlands Premierminister Leo Varadkar.

Jedes Jahr reisen tausende irische Frauen ins Ausland, um dort Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu lassen und Strafverfolgung in Irland zu vermeiden. Das Thema spaltete die stark katholisch geprägte irische Bevölkerung. "Ich habe lange darüber nachgedacht", sagt Vera Rooney. "Es ist eine schwere Entscheidung, aber ich glaube nicht, dass ich das Recht habe, ein Leben zu nehmen. Leben ist heilig und deshalb habe ich Nein gestimmt."

Theresa Sweeney unterstützt eine Verfassungsänderung. "Ich habe während der Wahl an all die irischen Frauen gedacht, die ins Ausland gereist sind -- all die Frauen, denen der achte Verfassungszusatz Schaden zugefügt hat. Ich denke an meine Tochter, meine Nichten und alle Frauen in Irland."

"Den Prognosen zufolge wird das Ergebnis erst sehr spät bekannt werden", so der Euronews-Korrespondent in Irland, "und in einigen Wahlkreisen wird es zu Nachzählungen kommen. Die Abstimmung hat die irischen Wähler gespalten und zu leidenschaftlichen Debatten auf beiden Seiten geführt."