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OECD warnt vor Handelskrieg

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OECD warnt vor Handelskrieg

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit den USA gewarnt. "Die fortgesetzte Eskalation der Handelsspannungen könnte die wirtschaftliche Entwicklung erheblich beeinträchtigen", erklärte OECD-Chefökonom Alvaro Pereira. Der Ministerrat der OECD ist in Paris zusammengekommen.

Alvaro Pereira, OECD-Chefökonom:

"Der Protektionismus hat in den letzten zehn Jahren zugenommen"

Alvaro Pereira OECD-Chefökonom

"1.200 Maßnahmen wurden von den G20-Staaten eingeführt, um den Handel einzuschränken, also hat der Protektionismus in den letzten zehn Jahren zugenommen. Die Eskalation der Handelsspannungen in den letzten Monaten ist ein weiterer Schritt in Richtung auf einen zunehmenden Handelsprotektionismus."

PARADEBEISPIEL STAHL

Für OECD-Generalsekretär Ángel Gurría ist die Stahlindustrie ein Paradebeispiel für die jüngsten Handelskriege. Er kritisiert, dass die Regierungen nicht miteinander reden, um das Problem der Überproduktion zu lösen, sondern sich gegenseitig mit Zöllen bedrohen. Er würde das multilaterale System am liebsten so umgestalten, dass jeder direkt miteinander reden kann.

Ángel Gurría, OECD-Generalsekretär:

"Das Problem ist, dass es auf der Welt zu viel Stahlkapazität gibt, weil sie nach Prognosen ausgebaut wurde, die sich nicht als nachhaltig erwiesen haben. Man muss sie durch Verhandlungen und der einzige Weg, dahin zu kommen, ist ein multilaterales System. "

"PROTEKTIONISMUS KOSTET WACHSTUM"

Seit mindestens einem Jahr warnen OECD-Ökonomen, erkennbar an die US-Regierung gerichtet, dass Protektionismus keine Handelsbilanzdefizite abbaue und dass protektionistische Maßnahmen wahrscheinlich nur zu Vergeltungsmaßnahmen führen würden. Stattdessen würde das Wirtschaftswachstum überall leiden, heißt: Handelskrieger schießen sich selbst ins Knie.

Sollten etwa die USA, Europa und China die Handelskosten durch neue Barrieren um zehn Prozent erhöhen, würde sie das mittelfristig rund zwei Prozent ihres BIPs kosten, so die OECD im März 2017.

su mit dpa, Reuters