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3.000 Schweden haben Mikrochips unter der Haut

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3.000 Schweden haben Mikrochips unter der Haut

So winzig kann er sein, der Mikrochip
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REUTERS/Arnd Wiegmann
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Es klingt wie Zukunftsmusik ist aber für tausende Menschen in Schweden bereits Alltag: Winzige Mikrochips stecken unter der Haut in der Hand. Das soll ihnen das Leben einfacher machen.

Der Chip ersetzt Ausweise oder er dient beispielsweise als Einstrittskarte für das Fitness-Studio.

Doch ohne Risiken ist das nicht.

Laut einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur haben mindestens 3.000 Schweden die winzigen NFC-Chips (Near Field Communication Chips) bereits in ihrem Körper.

Die elektronischen Etiketten haben etwa die Größe eines Reiskorns und werden über eine Spritze in den Handrücken implantiert - zwischen Daumen und Zeigefinger.

"Die Technologie ist unglaublich bequem", sagte Ben Libberton, ein Mikrobiologe, der für MAX IV Laboratory arbeitet im Gespräch mit Euronews.

Viele Mitarbeiter nutzten sie auch, um Lebensmittel an Automaten zu kaufen oder um in Bürogebäude zu gelangen und sogar Zugtickets können sie ersetzen.

In einem Jahr haben sich rund 130 Passagiere für den schwedischen SJ-Mikrochip-Reservierungsdienst angemeldet.

Personenbezogene Daten

Libberton warnt davor, dass Sie mit einem Mikrochip in der Hand auch Ihre Daten weitergeben.

"Das wirkliche Problem ist die Datenverarbeitung. Später wird es ein Problem, wie Daten gespeichert werden.... wenn die Daten nicht sicher sind, kann jemand die Informationen bekommen und wenn sie erst einmal da draußen sind, ist es schwer, sie zurückzubekommen."

Er warnte auch davor, dass einige Leute ihre Daten sogar weitergeben könnten, ohne es in den Bedingungen, die sie unterschreiben, zu merken.

Dennoch sind Mikrochips in Schweden sehr beliebt. Einige Unternehmen veranstalten sogar so genannte Implantat-Partys für ihre Mitarbeiter.

Epicenter, eine digitale Drehscheibe in Stockholm, die mehr als 300 Start-ups für größere Unternehmen beherbergt, hat seinen Mitarbeitern das Implantat angeboten.

Ein Grund für den Erfolg von Mikrochips in Schweden ist, dass es ein kleineres Land ist. "Hier haben die meisten Menschen viel Vertrauen - auch in die Behörden", sagt Libberton.

Mehr zu den Vot- und Nachteilen der implantierten Mikrochips auch in "Hightech".