Eilmeldung

Eilmeldung

„Aquarius“: So ist die Lage an Bord

Sie lesen gerade:

„Aquarius“: So ist die Lage an Bord

„Aquarius“: So ist die Lage an Bord
Schriftgrösse Aa Aa

Anelise Borges (euronews):

„Für manche Besatzungsmitglieder, die medizinische Hilfe leisten und die Menschen an Bord versorgen, ist das einfach eine - ich zitiere - verrückte Idee. Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée drängen die italienischen Behörden, einen besser erreichbaren Hafen anzubieten. Ich habe mit Mitgliedern von Ärzte ohne Grenzen über ihre Sicherheitsbedenken gesprochen."

Aloys Vimard (Ärzte ohne Grenzen):

„Wir müssen sicherstellen, dass es angemessene medizinische Versorgung an Bord gibt: Und Menschen, die dieselbe Sprache wie die Flüchtlinge sprechen, um auf ihre Leiden eingehen zu können, um Medikamente und Essen ausgeben zu können. Wir haben Lebensmittel von den italienischen Behörden bekommen, aber die reichen nicht für diese lange Fahrt. Wir warten also auf Anweisungen und eine Klarstellung der italienischen Behörden – vorher werden wir diese Fahrt nicht antreten.“

Nicola Stella (SOS Méditerranée):

„Wir müssen die Menschen in angemessener Art und Weise darüber auf dem Laufenden halten, was in den nächsten Stunden und während der weiteren Reise passieren wird, damit alle Menschen an Bord wissen, wie die Lage ist und wir die Kontrolle über das Schiff behalten. Im besten Fall wird die Fahrt mit dieser Anzahl an Menschen an Bord bis zu dreieinhalb Tage dauern."

Anelise Borges (euronews):

"Für die Menschen an Bord der Aquarius wird dies eine noch längere Wartezeit bedeuten. Sie sind bereits seit mehr als drei Tagen auf See und schon davor war ihre Reise sehr anstrengend. Die meisten der Menschen an Bord kamen über Libyen. Sie sind durch Libyen gereist, wo die Bedingungen schrecklich. Sie berichten von Missbrauch und Gewalt. Ich habe hier an Bord der Aquarius mit einer Frau aus Nigeria gesprochen; sie hat mir erzählt, was sie durchgemacht hat."

Nigerianische Frau:

„Wir wurden in einen Raum gesperrt. Böse Männer sind gekommen, damit man wie Sklaven für sie arbeitet. Ich bin weggerannt. An manchen Orten waren da ungefähr 300 Mädchen, die alle weggerannt sind. Sie haben uns gedroht: ‚Ich jage Dir eine Kugel durch den Kopf!' Wir sind weggerannt."

Anelise Borges (euronews):

„Was hoffen Sie, wird sich in Europa in Ihrem Leben ändern?"

Nigerianische Frau:

„Ich habe gehofft, dass ich durch Gottes Gnade eines Tages ein Kind bekomme. Dass ich arbeiten und etwas Geld nach Hause schicken kann, damit sie zu Hause überleben können. Im Moment gibt's da kein Geld. Ich habe Jura studiert."

Anelise Borges (euronews):

„Sie haben Jura studiert? Wollen Sie mal Anwältin werden?"

Nigerianische Frau:

„Ich möchte helfen, und ich möchte Boko Haram aufhalten. Ich möchte Anwältin werden, dorthin zurückgehen und sie daran hindern, Menschen umzubringen."