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Schnell gelöscht: Nigel Farage greift Aktivisten mit gefälschtem Bild an

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Schnell gelöscht: Nigel Farage greift Aktivisten mit gefälschtem Bild an

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Der britische EU-Abgeordnete Nigel Farage hat ein gefälschtes Foto auf Twitter veröffentlicht, mit dem er offenbar Aktivisten, die sich für Flüchtlinge und Migranten einsetzen, angreifen wollte.

Das Bild, das an seine 1,2 Millionen Follower ging, zeigt eine lächelnde Frau bei einem Protestmarsch. Sie trägt ein Schild vor sich, auf dem zu lesen ist: "Meine Beine sind offen für Flüchtlinge".

Farage twitterte das Bild und sagte, es sei "eine Beleidigung für die Opfer von sexuellem Missbrauch in Köln und Vergewaltigung in Malmö".

Aber der ehemalige Chef der UKIP - der vor dem Brexit-Referendum mit einem Flüchtlingsplakat umstritten war - löschte den Tweet wenig später. Der Grund: Das Bild stelle sich als Fälschung heraus.

In einer weiteren Nachricht auf Twitter schrieb Farage: "Das Foto hat sich als gefälscht entpuppt, aber die Flüchtlinge-Begrüßungs-Brigade muss sich mehr Gedanken darüber machen, was passiert."

Es stellte sich später heraus, dass das Bild in Kanada im Jahr 2015 entstanden war.

Auf dem Schild steht im Orginialbild: "Meine Tür ist offen für Flüchtlinge".

Lasia Kretzel, die Autorin des Originalfotos, sagte, sie habe gewusst, dass es eine gefälschte Version gibt, die online herumgereicht wird, und sie habe auch gewusst, dass es von normalen Leuten benutzt werde, "die Niemande sind".

Auf Twitter erklärte die Fotografin die Geschichte des Bildes.

"Aber heute war es anders", schrieb sie. "Heute war es nicht nur ein normaler, alltäglicher Mensch. Heute war es der ehemalige Vorsitzende der UK Independence Party. Heute war es ein aktueller Sender."

"Er war ein Mann, der immer noch in der Öffentlichkeit steht und täglich die Aufmerksamkeit tausender Menschn auf sich zieht. Seine Worte haben Gewicht und sie schaffen es oft weit. Und wenn diese Worte die falschen Informationen enthalten, kann es allen Beteiligten riesigen Schaden verursachen."

"Ich möchte, dass die Leute verstehen, dass es bei meinem Teilen dieser Geschichte nicht um Politik, Einwanderung, Scham oder irgendwelche Meinungen geht, die ich für die hier erwähnten Leute habe oder auch nicht."

"Es geht darum, zu zeigen, welchen Schaden Fehlinformationen anrichten können, und zu zeigen, wie schnell diese sich verbreiten können."

"In einer Zeit des schnellen Informationsaustauschs ist es wichtig, dass wir die Informationen, die wir verbreiten, überprüfen, um sicherzustellen, dass sie sachlich sind. Und wir müssen unsere Fehler an gegebener Stelle eingestehen. Das gilt besonders für diejenigen, die einen gewissen Einfluss ausüben oder andere regieren."

Es ist nicht das erste Mal, dass Farage durch eine Bildmontage im Zusammenhang mit seinem Lieblingsthema Einwanderung auffällt. Nigel Farage benutzte nur einen bestimmten Bildausschnitt eines Bildes von Flüchtlingen, um für eine Ja-Stimme beim Referendum zum Austritt aus der Europäischen Union zu werben.

"Belastungsgrenze: Die EU hat uns alle im Stich gelassen", stand damals auf dem UKIP-Plakat.

In einer Strafanzeige heißt es, das Plakat schüre Rassismus.