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Katholische Kirche in Spanien: Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch

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Von JAIME VELÁZQUEZ
Katholische Kirche in Spanien: Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch
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Schon lange ist sexueller Missbrauch auch in der in der katholischen Kirche Spaniens ein Thema, aber anders als in Deutschland, Frankreich oder Irland wurde hier mit der Aufarbeitung nicht einmal begonnen. Die Opfer fordern dies seit langem, mutmaßlich hunderttausende Missbrauchsfälle warten auf Aufklärung, die jetzt endlich durch eine vom Parlament beschlossene Kommission kommen soll.

Wir müssen sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert.
Lucia Munoz
Podemos-Abgeordnete im spanischen Parlament

Lucia Munoz,  Podemos-Abgeordnete im spanischen Parlament meint, "dass wir als Demokratie etwas tun müssen, denn es ist ein noch nie dagewesenes Geschehen. Wir haben eine historische Schuld gegenüber den Opfern." 

Die spanische Regierung muss noch über die Art der beschlossenen Untersuchung entscheiden. Höchstwahrscheinlich wird es ein Ausschuss unabhängiger Experten unter Leitung der spanischen Staatsanwaltschaft sein. Die Vorwürfe des weit verbreiteten sexuellen Missbrauchs in der Kirche gibt es in Spanien seit Jahren. Viele fragen sich, warum gerade jetzt etwas geschieht.

Miguel Hurtado ist selbst Missbrauchsopfer, er sieht sich wandelnde gesellschaftlichen Normen: "Die Zahl der Opfer, die sich melden, scheint immer größer geworden zu sein, und jetzt ist das Fass übergelaufen. Es ist, als ob es Klick gemacht hätte in der spanischen Gesellschaft."

Früher wurde eben geschwiegen, das wird jetzt nicht mehr hingenommen. Die Erkenntnis ist da, das etwas getan werden muss.
Miguel Hurtado
Missbrauchsopfer

Miguel Hurtado war eines der ersten Opfer, die sich gemeldet haben. Er hofft, dass die Untersuchung auch dazu führen wird, das die für die jahrzehntelange Vertuschung klerikalen Missbrauchs Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Kirche will sich erst äußern, wenn die Kommission gebildet ist. Sie argumentiert, das Problem schon selbst intern anzugehen. Einige Bischöfe üben sich angeblich in Vorwärtsverteidigung: Die Untersuchung ziele allein auf die Kirche, dabei sei Kindesmissbrauch ein Problem, das die gesamte spanische Gesellschaft beträfe.