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Ist das genug? Kirche will bis zu 50.000 € pro Missbrauchsopfer zahlen

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Symbolbild   -   Copyright  Matthias Schrader/AP2010
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Der Vertreter der Opferinitiative "Eckiger Tisch", Mattias Katsch, hätte sich einen großzügigeres Angebot gewünscht. Er dachte an Ausgleichszahlungen von etwa 400.000 Euro. Schließlich sind viele Missbrauchsopfer berufsunfähig und mussten deshalb jahrzehntelang auch finanzielle Einbußen verkraften.

Die Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland sollen künftig auf Antrag Ausgleichszahlungen von bis zu 50 000 Euro erhalten. Das hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, am Donnerstag zum Abschluss der Herbstvollversammlung in Fulda erklärt.

Dabei werde es sich um Einmalzahlungen handeln, die für jeden Betroffenen durch ein unabhängiges Entscheidungsgremium individuell festgelegt würden, sagte Bätzing. Zusätzlich könnten Betroffene Kosten für Therapie- oder Paarberatung erstattet bekommen.

Auch die Befragung durch ein Entscheidungsgremium ist den Opfervertretern ein Dorn im Auge. Dabei sei eine «tiefe Retraumatisierung» in unprofessionellen Settings zu befürchten.

Eine vor zwei Jahren von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellte Studie hatte ergeben, dass zwischen 1946 und 2014 mindestens 1.670 katholische Geistliche 3.677 meist männliche Minderjährige missbraucht haben. Dies gilt aber nur als die Spitze des Eisbergs.

Es war das erklärte Ziel der Bischöfe, sich bei dem Treffen in Fulda auf konkrete Anerkennungszahlungen für die Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Priester zu einigen. «Es geht uns um ein einheitliches System», hatte Bätzing betont. Dabei habe man sich an gerichtlichen Urteilen zu Schmerzensgeldern orientiert.