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Berlinale: Drama "Alcarràs" von Carla Simón gewinnt den Goldenen Bären

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Von Euronews
Carla Simón küsst ihren Goldenen Bären, den sie für das Drama "Alcarràs" erhalten hat.
Carla Simón küsst ihren Goldenen Bären, den sie für das Drama "Alcarràs" erhalten hat.   -   Copyright  Vianney Le Caer/Invision/AP

In Berlin sind die Hauptpreise der 72. Filmfestspiele verliehen worden. Den Goldenen Bären der diesjähigen Berlinale erhielt das Drama "Alcarràs" der spanischen Regisseurin Carla Simón.

Berlinale 2022: Goldener Bär geht an "Alcarràs"

Der Film erzählt vom Alltagsleben einer Familie, die eine Pfirsichplantage betreibt und in Existenznöte gerät. Die diesjährige Ernte könnte ihre letzte sein, da ihnen die Zwangsräumung droht. Auf dem Gelände der Plantage sollen Solarzellen gebaut werden.

Der Gewinnerfilm "Alcarràs" ist erst der zweite Film der 35-Jährigen Carla Simón. Die katalanische Regisseurin hat auch dieses Werk in katalanischer Sprache gedreht und besetzte es mit Laiendarstellern- wie schon ihr Spielfilmdebüt "Fridas Sommer", der ihr den internationalen Durchbruch als Filmemacherin brachte.

Insgesamt waren in Berlin 18 Beiträge im Wettbewerb - ein reiches Angebot aus internationalen Produktionen.

Meltem Kaptan: Kölner Comedienne mit Berlinale-Bär

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die deutsche Komikerin und Schauspielerin Meltem Kaptan. Mit ihrer ersten großen Kinorolle in einem deutschen Film landete sie einen Riesenerfolg. Sie bekam den Silbernen Bären für ihre Hauptrolle in "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush" von Andreas Dresen.

Eine politische Komödie über die Mutter von Murat Kurnaz - der nach den Terroranschlägen vom 11. September ohne Anklage jahrelang in Guantánamo festgehalten wurde.

Der Film wurde gleich doppelt ausgezeichnet: Autorin Laila Stieler bekam den Silbernen Bären für das beste Drehbuch.

Weitere Preisträger der 72. Berlinale

Die Erzählung "The Novelist's Film" gewinnt den Großen Preis der Jury. Der südkoreanische Regisseur Hong Sangsoo erzählt darin von einer Schriftstellerin, die im Laufe des Tages verschiedenen Menschen begegnet.

Im vergangenen Jahr hatte der Filmemacher bereits den Drehbuchpreis für seinen Schwarz-Weiß-Film "Introduction" gewonnen.

Die französische Regisseurin Claire Denis erhält den Silbernen Bären für die beste Regie. Ausgezeichnet für ihren Film "Avec amour et acharnement" mit Juliette Binoche und Vincent Lindon.

Das Drama "Robe of Gems" von Regisseurin Natalia López Gallardo gewann den Preis der Jury. Der Film zeigt drei Frauen in Mexiko, die mit dem Drogengeschäft in Konflikt geraten.

Preisverleihung früher als üblich - Festival fürs Publikum geht weiter

Die Berlinale vergibt Schauspielpreise nicht mehr getrennt nach Geschlecht, sondern für die beste schauspielerische Leistung in Haupt- und Nebenrolle. Der Silberne Bär für die beste Schauspielleistung in einer Nebenrolle ging an Laura Basuki für die indonesische Geschichte "Nana". Die Collage "Everything Will Be Ok" des Kambodschaners Rithy Panh wurde für eine besondere künstlerische Leistung geehrt.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Die Filmfestspiele finden diesmal trotz Pandemie wieder mit Publikum statt. Für den Kinobesuch gelten dabei besondere Regeln. Jurypräsident war der US-Regisseur M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense"). Die Auszeichnungen wurden wegen der Pandemie früher verliehen als üblich. Die Berlinale wird noch bis Sonntag mit mehreren Publikumstagen fortgesetzt.

Und das sind alle Preise im Überblick:

  • Goldener Bär für den besten Film: "Alcarràs" von Carla Simón
  • Silberner Bär Großer Preis der Jury: "So-seol-ga-ui yeong-hwa" ("The Novelist's Film") von Hong Sangsoo
  • Silberner Bär Preis der Jury: "Robe of Gems" von Natalia López Gallardo
  • Silberner Bär für die beste Regie: Claire Denis für "Avec amour et acharnement" ("Both Sides of the Blade")
  • Silberner Bär für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle: Meltem Kaptan in "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush"
  • Silberner Bär für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle: Laura Basuki in "Nana" ("Before, Now & Then")
  • Silberner Bär für das beste Drehbuch: Laila Stieler für "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush"
  • Silberner Bär für herausragende künstlerische Leistung: "Everything Will Be Ok" von Rithy Panh
  • Special Mention der Jury: "Drii Winter" ("A Piece of Sky") von Michael Koch
  • Goldener Bär für den besten Kurzfilm: "Trap" von Anastasia Veber