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Lawrow: "Westen steigert sich in Hysterie hinein"

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Von Euronews  mit dpa
Lawrow: "Westen steigert sich in Hysterie hinein"
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat kritisiert, der Westen habe sich, was die Ukraine anbelange, in eine Hysterie hineingesteigert. Alles fände in den Köpfen und den Medien in den USA und Großbritannien statt, schon lange nicht mehr in Russland, so Lawrow.

Russland hatte den USA und der Nato eine Liste mit Forderungen nach Sicherheitsgarantien übergeben. So sollte das Militärbündnis etwa auf eine Aufnahme der Ukraine verzichten und sich auf seine Positionen von 1997 zurückziehen.

Der Westen wies in seinem Antwortschreiben zentrale Anliegen zurück und berief sich darauf, dass jedes Land das Recht auf eine freie Bündniswahl habe.

Die Schreiben der Nato und der USA auf die russischen Forderungen stießen wiederum in Moskau auf Enttäuschung. Russland sieht das Militärbündnis als Gefahr für seine Sicherheit.

Lawrow hatte zudem seine OSZE-Kollegen Ende Januar zu einer schriftlichen Antwort auf die Frage aufgefordert, wie die Sicherheit eines Landes nicht auf Kosten eines anderen gewährleistet werden könne. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bot Moskau erst am vergangenen Dienstag neue Gespräche über Sicherheitsgarantien an. Lawrow hatte sich offen gezeigt.

Russland hatte die USA mehrfach zum Abzug ihrer Streitkräfte aus Zentral-, Ost- und Südosteuropa und aus dem Baltikum aufgefordert.

Moskau betonte, die russischen Truppen würden nach dem Ende des Militärmanövers auch aus Belarus wieder abgezogen.

Die Übungen im Süden von Belarus an der Grenze zur Ukraine sollen planmäßig an diesem Sonntag zu Ende gehen.

Die Sorge vor einem russischen Angriff auf die Ukraine wächst im Westen trotz aller Beteuerungen aus Moskau.

Berichte über angebliche Angriffe gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine gaben Anlass zur Sorge.

"Wir sind besorgt darüber, dass Russland versucht, einen Vorwand für einen bewaffneten Angriff auf die Ukraine zu inszenieren", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Man wisse nicht, was passiere, aber der russische Truppenaufmarsch im Grenzgebiet zur Ukraine sei der größte in Europa seit Jahrzehnten.

Stoltenberg sagte, die Tür der Diplomatie sei offen. Russland müsse nur den Dialog mit Nato aufnehmen. Wie lange kann sich das hinziehen?

Stoltenberg sagte: "Wir sollten vorsichtig sein, zu viel darüber zu spekulieren, was passieren wird. Wir wissen, was passiert ist, und das ist, dass Russland jetzt Streitkräfte an Ort und Stelle hat, die mit sehr kurzer oder ohne Vorwarnung in die Ukraine einmarschieren können. Wir wissen auch, dass Russland mit Droh-Rhetorik begonnen hat. Wir fordern Moskau auf, zu deeskalieren und diplomatische Bemühungen mit der Nato einzugehen."

Russland bekräftigte erneut den Teilabzug seiner Truppen von der ukrainischen Grenze.

US-Präsident Biden sagte, Russland habe seine Truppen nicht zurückgezogen, sondern noch mehr Soldaten im Grenzgebiet stationiert. Russland warte auf einen Vorwand, um einmarschieren zu können.