Explosion um 5 Uhr morgens: Wohnhaus in Kiew zerstört

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Von Anelise Borges  & Euronews
Eine Frau sitzt vor ihrem zerstörten Haus in Kiew, das von russischem Artilleriebeschuss getroffen wurde. (14. März 2022)
Eine Frau sitzt vor ihrem zerstörten Haus in Kiew, das von russischem Artilleriebeschuss getroffen wurde. (14. März 2022)   -   Copyright  AP Photo/Felipe Dana   -  

In Kiew wurde am Montagmorgen ein mehrstöckiges Wohnhaus von einer Rakete getroffen und stand in Flammen. Rettungskräfte brauchten mehrere Stunden, um das Feuer zu löschen. 

Die Bewohner stehen noch immer unter Schock und beschreiben den Schrecken, der kurz vor Sonnenaufgang über sie hereinbrach. Der Bericht von Euronews-Korrespondentin Anelise Borges. 

"Ich habe noch geschlafen", sagt ein Mann. "Es war 5 Uhr morgens. Ich bin aufgewacht, weil alle Sachen durch die Explosion auf mich fielen, mein Kleiderschrank, meine Bücher, mein Computer und der ganze Rest."

Eine Frau berichtet: "Alles hat gebrannt. Ich habe versucht, das Feuer zu löschen. Ich bin auf den Balkon gerannt und habe um Hilfe gerufen, und habe weiter versucht das Feuer zu löschen. Ich habe Handtücher befeuchtet und auf mein Gesicht gedrückt, um nicht zu ersticken. Die Feuerwehrleute kamen dann zu meiner Wohnung und wir stiegen mit meinem Mann über die Leiter hinunter."

Raketentrümmer über dem Stadtteil Kureniwka

Der Kiewer Stadtteil Obolon war nicht das einzige Wohngebiet, das in den frühen Morgenstunden getroffen wurde. Raketentrümmer gingen auch über dem Stadtteil Kureniwka nieder. Ein Mensch wurde getötet, sechs weitere verletzt.

Die örtlichen Behörden sagen, dies seien weitere Beispiele für die Taktik Russlands: wahlloser, rücksichtsloser Beschuss.

"Ich gehe davon aus, dass das Hauptziel eine Bäckerei war, die sich in dieser Gegend befindet", meint Gyunduz Mamedov, ehemaliger stellvertretender Generalstaatsanwalt der Ukraine. "Wir wissen, dass die Russen bevorzugt soziale Infrastrukturen angreifen, um den humanitären Zusammenbruch in der Stadt voranzutreiben."

Anelise Borges: "Der Beschuss ziviler Infrastrukturen kommt einem Kriegsverbrechen gleich. Aber die Bewohner dieses Wohnhauses sagen, dass es sie nicht interessiert, ob jemand dafür schuldig gesprochen wird. Ihre Priorität ist jetzt, ein neues Zuhause zu finden."