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Schutz suchen, wo es keinen gibt: Kiew weiter im Bombenhagel

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Von Euronews mit AP, AFP, dpa
Zivilisten kauern sich in einem Kiewer Wohnhaus in einem Flur zusammen
Zivilisten kauern sich in einem Kiewer Wohnhaus in einem Flur zusammen   -   Copyright  Evgeniy Maloletka/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Nur Signale von Alarmanlagen durchbrechen die gespenstische Stille, die über weiten Teilen Kiews liegt. Auch am zwanzigsten Kriegstag war die ukrainische Hauptstadt wieder massiven Bombardierungen ausgesetzt.

Und es gab wieder Tote und Verletzte vor der erwarteten russischen Großoffensive. Mindestes zwei Menschen sind nach ukrainischen Angaben beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohnhaus in Kiew ums Leben gekommen.

Ausgangssperre in Kiew

Aber noch hält das von drei Seiten umzingelte Kiew hält dem Ansturm einer der mächtigsten Armeen der Welt stand. Der Bürgermeister, Vitali Klitschko, wandte sich per Video an die Bevölkerung: "Heute ist ein schwieriger und gefährlicher Moment. Gemäß der Entscheidung des Militärkommandos wird ab heute, dem 15. März, ab 20:00 Uhr eine Ausgangssperre in Kiew verhängt."

Für Euronews berichtet Anelise Borges aus der Hauptstadt. Sie ergänzte, die Menschen dürften nur für die Flucht in Schutzräume und Bunker ihre Wohnungen verlassen. Die vom Bürgermeister verhängte Ausgangssperre gelte zunächst bis Donnerstagmorgen 7 Uhr MEZ.

Russische Drohnenangriffe

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte diese Aufnahmen von Drohnenangriffen an einem unbekannten Ort. Das russische Militär habe bereits 136 ukrainische Standorte auf ähnliche Weise bombardiert, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Unter anderem seien sieben Kommandozentralen und vier Raketenabwehrsysteme getroffen worden.

Trauer in Lwiw

In der westukrainischen Großstadt Lwiw wurde in der Peter-und-Paul-Garnisonskirche ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des russischen Luftangriffs auf eine militärische Einrichtung in Jaworiw abgehalten. 20 Kilometer vor der polnischen Grenze fielen dabei nach ukrainischen Angaben 35 Soldaten. Wieviel Blutzoll die ukrainische Armee bislang insgesamt leisten musste, bleibt weiter unklar.

Leid in Mariupol setzt sich fort

Hunderte ukrainische Zivilisten trafen in einer Notunterkunft in Saporischschja im Süden des Landes ein und können vorübergehend aufatmen. Ihnen und mehreren tausend anderen gelang mit insgesamt rund 2000 Fahrzeugen an diesem Dienstag die schwierige Flucht aus der eingeschlossenen Metropole Mariupol. Weitere 2000 Autos sollen sich in Wartestellung befinden.

Umgekehrt hat der Konvoi mit Hilfsgütern aus Saporischschja noch immer nicht nach Mariupol vordringen können. Dort harren weiterhin hunderttausende Menschen ihne Wasser, Strom und Nahrungsmittelversorgung aus. Weit über 2000 Zivilisten sind bei dem ständigen Bsechuss der Stadt bereits getötet worden.

Aber es gibt auch solche Berichte: In Mariuol wehrten ukrainische Truppen nach eigenen Angaben einen neuen russischen Vorstoß ab. Dabei seien 150 Angreifer getötet und militärisches Gerät zerstört worden. Die Zahl der aus der Ukraine Geflohenen hat inzwischen die Drei-Millionen-Marke überschritten.