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50 weitere Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol gerettet, darunter 11 Kinder

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Von Euronews  mit DPA/AP/AFP
Ein Mann und ein Kind werden von einem russischen Soldaten zumBus begleitet.
Ein Mann und ein Kind werden von einem russischen Soldaten zumBus begleitet.   -   Copyright  AP Photo/Alexei Alexandrov

Aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal in Mariupol sind sowohl nach russischen als auch ukrainischen Angaben am Freitagabend erneut mehrere Dutzend Zivilisten gerettet worden.

Das russische humanitäre Reaktionszentrum teilte mit, dass sich unter den 50 aus dem Stahlwerk Azovstal geretteten Personen 11 Kinder befanden, die an Vertreter der Vereinten Nationen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz übergeben wurden.

Die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk bestätigte, dass es "50 Frauen, Kindern und älteren Menschen" gelungen sei, den weitläufigen Komplex zu verlassen. Die Rettungsmaßnahmen würden am Samstag fortgesetzt.

Russland soll Waffenruhe gebrochen haben

Bei zwei früheren Evakuierungen, die von den Vereinten Nationen und dem Roten Kreuz ausgehandelt wurden, konnten rund 500 Menschen aus dem Stahlwerk und anderen Orten in Mariupol gerettet werden. Andriy Yermak, Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, sprach am Freitag von geretteten 500 Zivilisten,machte aber nicht klar, ob dies auch die frühere Evakuierte umfasse.

Das russische Militär hatte bis einschließlich Samstag eine täglich mehrstündige Waffenruhe angekündigt, die laut ukrainischer Seite jedoch gebrochen wurde.

Kämpfer des Asow-Regiments meldeten im Nachrichtendienst Telegram, ein Auto, mit dem eigentlich Zivilisten hätten evakuiert werden sollen, sei mit einer Panzerabwehrrakete beschossen worden. Dabei seien ein Soldat getötet und sechs weitere verletzt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Folter durch Belagerung und Hungersnot

Präsident Selenskyj sprach von einem Beispiel für Folter durch Belagerung und Hungersnot. Niemand könne sich dort mit Lebensmitteln versorgen. Internationalen Organisationen sei es verboten, das Gebiet zu betreten.

Unterdessen laufen in Russland die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten am 9. Mai, dem "Tag des Sieges" über Hitler-Deutschland.

AP
AUfräumarbeiten in MariupolAP

Vorbereitung auf den 9.Mai - auch in Mariupol?

Vermutungen, dass Putin an diesem Tag einen symbolischen Erfolg in der Ukraine vermelden wolle, wurden vom Kreml dementiert.

Außenminister Sergej Lawrow sagte bei einer Kranzniederlegung am Freitag, weder "Strafen" noch Sanktionen könnten den Willen des russischen Volkes und der Staatsführung brechen, die historische Wahrheit und die legitimen Interessen der Russischen Föderation zu verteidigen und zu verhindern, dass an den Grenzen eine direkte Bedrohung für Sicherheit, Kultur und Geschichte entstünde.

Russland erklärte auch, dass es in Mariupol keine Feierlichkeiten zum Tag des Sieges geben werde. Dennoch wurden in der schwer zerstörten Hafenstadt Aufräumarbeiten beobachtet - auch russische Flaggen wurden aufgehängt.

Städtische Arbeiter und Freiwillige räumten Trümmer in der Nähe von ausgebrannten und verkohlten Gebäuden auf. Auch vor der Ruine des Theaters von Mariupol, in dem Hunderte von Menschen bei einem russischen Raketenangriff im März ums Leben.